Wenn Kinder ab 3 Jahren immer noch Gegenstände verschlucken

08.04.2019
Kleine Kinder ertasten viele Gegenstände mit dem Mund. Daher besteht auch schnell die Gefahr, dass sie Kleinteile verschlucken. Die Phase sollte jedoch mit etwa drei Jahren vorbei sein. Hält das Verhalten an, sollte das für Eltern ein Warnzeichen sein.
Wenn Kinder ab 3 Jahren immer noch dauernd Bauklötze oder andere Spiezeuge in den Mund nehmen, könnte eine Entwicklungsstörung dahinter stecken. Foto: Monika Skolimowska
Wenn Kinder ab 3 Jahren immer noch dauernd Bauklötze oder andere Spiezeuge in den Mund nehmen, könnte eine Entwicklungsstörung dahinter stecken. Foto: Monika Skolimowska

Köln (dpa/tmn) - Kleine Kinder nehmen gerne alles in den Mund, was irgendwo herumliegt - und schlucken es manchmal auch. Auslöser dafür ist meist schlichte Neugier, erklärt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Grundsätzliche Sorgen müssen sich Eltern deswegen nicht machen. Sie sollten aber darauf achten, dass keine gefährlichen Kleinteile herumliegen, und regelmäßig den Mund der Kleinen kontrollieren.

Wenn Kinder nach dem dritten Geburtstag weiter Bausteine, Murmeln oder andere Gegenstände verschlucken, sollten Eltern allerdings genau hinsehen. Denn hinter diesem Verhalten verbirgt sich womöglich eine Störung, das sogenannte Pica-Syndrom. Betroffen davon sind vor allem Kinder mit Entwicklungsstörungen wie Autismus oder einer geistigen Behinderung. Eventuell lässt sich in solchen Fällen mit Medikamenten oder einer Verhaltenstherapie gegensteuern.

In seltenen Fällen kann Auslöser des ungewöhnlichen Essverhaltens auch Mangelernährung sein. Die Kinder bekommen dann zum Beispiel nicht genug von bestimmten Mineralien. Deswegen haben sie das Verlangen, etwa Sand oder Lehm zu essen.

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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