TK: Kinderkrankengeld-Anträge mehr als verdoppelt

19.01.2022
Wegen der Pandemie blieben Schulen und Kitas im vergangenen Jahr über lange Zeit geschlossen oder im Notbetrieb. Die Regierung gewährte Eltern daher zusätzliche Kinderkrankentage. Wie eine Auswertung zeigt, machten viele Betroffene auch Gebrauch davon.
Kinderkrankentage können Eltern auch in Anspruch nehmen, wenn der Schulbesuch coronabedingt nicht möglich ist. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Kinderkrankentage können Eltern auch in Anspruch nehmen, wenn der Schulbesuch coronabedingt nicht möglich ist. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Berlin (dpa) - Die Zahl der Anträge auf Kinderkrankengeld hat sich im vergangenen Jahr bei der Techniker Krankenkasse (TK) mehr als verdoppelt. Eine Auswertung der TK zeigt einen Anstieg der Anträge von 353.000 im ersten Corona-Jahr 2020 auf 786.000 im vergangenen Jahr. 2019 waren es 501.000 Anträge.

Die TK geht davon aus, dass der Anstieg unter anderem mit den Corona-Sonderregeln für das Kinderkrankengeld zusammenhängt. Wegen der Pandemie war die Zahl der Kinderkrankentage im vergangenen Jahr von sonst 10 auf 30 pro Elternteil verdreifacht worden. Die Leistung wurde nicht nur gewährt, wenn Eltern wegen kranker Kinder nicht zur Arbeit konnten, sondern auch wenn diese wegen eingeschränkten Schul- oder Kitabetriebs zu Hause betreut werden mussten.

Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes. Der Schul- und Kitabetrieb war im vergangenen Jahr bis weit ins Frühjahr hinein eingeschränkt.

Außerdem gab es nach TK-Angaben im Sommer eine «außergewöhnlich hohe Anzahl von Anträgen». Die Zahlen deckten sich mit Berichten aus Kinderarztpraxen, wonach damals ein Anstieg der Virusinfekte beobachtet wurde. Die Techniker Krankenkasse hat nach eigenen Angaben knapp 11 Millionen Versicherte.

© dpa-infocom, dpa:220119-99-766750/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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