Mit diesen Zutaten wird Porridge richtig hip

03.04.2019
Haferschleim galt lange als absolutes Alptraum-Frühstück. Mittlerweile hat der Getreidebrei unter dem Namen Porridge ein völlig neues Image. Nicht zu Unrecht, denn das Frühstück aus der Schüssel ist vielseitiger als jedes Käsebrot.
Für den Bratapfel-Porridge wird kurz bevor der Brei fertig ist, ein Apfel hinzu geraspelt und mit viel Zimt und gehackten Nüssen abgerundet. Foto: Larissa Häsler/Free your Food/dpa-tmn
Für den Bratapfel-Porridge wird kurz bevor der Brei fertig ist, ein Apfel hinzu geraspelt und mit viel Zimt und gehackten Nüssen abgerundet. Foto: Larissa Häsler/Free your Food/dpa-tmn

Rohrbach (dpa/tmn) - Ein fader, matschiger Brei, den man nur mit viel Mühe runterbekommt - diese Erinnerung taucht in vielen Köpfen auf, wenn das Wort Haferschleim fällt.

Mittlerweile hat Haferbrei einen ganz anderen Ruf: Unter der Bezeichnung Porridge gilt er jetzt als angesagt, lecker und hübsch anzusehen. Wie konnte es dazu kommen?

«Ich kann mir vorstellen, dass vor allem die sozialen Medien dazu beigetragen haben, dass Haferbrei so beliebt geworden ist», sagt Larissa Häsler, Ernährungswissenschaftlerin aus dem oberbayerischen Rohrbach. Auf der Foto-Plattform Instagram präsentieren Tausende ihre kunstvoll dekorierten Schüsseln mit Porridge - ein bunter Gegenentwurf zum faden Haferschleim.

Gemütliches Frühstück

Doch Porridge kann mehr als nur gut auszusehen. Der warme Haferbrei ist ein richtig guter Start in den Tag, findet Kerstin Niehoff, Food-Fotografin und Kochbuchautorin in Münster. «Er ist ein gemütliches, wärmendes Frühstück, das den Magen nicht überlastet.» Die komplexen Kohlenhydrate, die in den Haferflocken stecken, halten lange satt. Die Flocken sind zudem eine gute Proteinquelle, da sie pro 100 Gramm etwa 10 Gramm Eiweiß enthalten. «Außerdem stecken in Haferflocken B-Vitamine, die gut für die Nerven und den Energiestoffwechsel sind, und Biotin. Das wird auch als Beauty-Vitamin bezeichnet und sorgt für starke Nägel und Haare», sagt die Ernährungsexpertin Inga Pfannebecker.

Die Zubereitung von Haferbrei ist simpel: Haferflocken in Flüssigkeit quellen lassen, aufkochen, verfeinern - fertig. Essenziell ist ein gutes Mengenverhältnis zwischen Flüssigkeit und Flocken. Larissa Häsler rät dazu, pro Person eine halbe Tasse Getreideflocken und eine bis anderthalb Tassen Flüssigkeit zu verwenden. Sind die beiden Grundzutaten im Topf, ist etwas Geduld angesagt: «Man sollte den Brei nicht zu schnell aufkochen, da die Haferflocken einige Minuten brauchen, um aufzuquellen», sagt Häsler. Ist der Brei am Ende zu zäh, hilft ein Schuss Wasser oder Milch.

Verschiedene Getreidesorten möglich

Sowohl bei den Flocken als auch bei der Flüssigkeit tun sich unzählige Möglichkeiten auf. Statt Flocken aus Hafer können Dinkel, Roggen, Reis oder Soja in der Frühstücksschale landen. Inspiration bringt ein Besuch im Reformhaus oder Bio-Supermarkt. Zarte Getreideflocken machen das Ergebnis eher cremig, während die kernigen Exemplare für etwas mehr Biss und Struktur sorgen. Wer ein intensiveres Aroma mag, kann die Flocken ohne Fett und Flüssigkeit kurz im Topf anrösten.

Auch bei der Flüssigkeit gilt: Erlaubt ist, was gefällt. Pfannebecker nimmt zu gleichen Teilen Wasser und Milch. So wird das Ergebnis cremig und nicht zu kalorienreich. «Dabei kann man zu der Milch greifen, die man am liebsten mag - ob es nun Kuhmilch ist oder pflanzliche Milchalternativen», sagt Pfannebecker. Wer Zeit und Lust hat, etwas länger in der Küche zu stehen, kann die Milch an sich etwas aufpeppen. «Mixt man Mandelmilch mit Pistazien, erhält man eine grüne Milch, die im Porridge ein Hingucker ist», erklärt Niehoff.

Mit Obst oder Gemüse verfeinern

Für die Süße im Brei sorgen Zucker, Honig, Agavensirup oder auch Obst - egal, ob Birne, Banane oder Beeren. «Übrigens muss Porridge gar nicht immer eine süße Speise sein», sagt Inga Pfannebecker. «Da Haferbrei an sich neutral schmeckt, kann man ihn gut herzhaft zubereiten, etwa mit angebratenem Gemüse, Avocado oder Spiegelei.» Statt in Milch kann man die Haferflocken dann in etwas Gemüsebrühe kochen und mit Kräutern verfeinern.

Was, wenn die Zeit morgens so knapp ist, dass man immer wieder beim Käsebrot landet? Hier ist Vorbereitung das Stichwort. Inga Pfannebecker rät, eine größere Menge Porridge vorzukochen. Diese könne man zwei bis drei Tage im Kühlschrank lagern und portionsweise in der Mikrowelle oder mit etwas Wasser im Topf aufwärmen.

Service:

«Porridge & Oats: Superlecker und gesund. Frühstücksrezepte für Aufgeweckte», Inga Pfannebecker, ZS Verlag, 60 Seiten, 9,99 Euro, ISBN-13: 978-3898837484.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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