Mit dem Hometrainer zu Hause fit bleiben

19.06.2020
Unabhängig vom Fitnessstudio sein und in den eigenen vier Wänden an einem Gerät trainieren: Was bequem und einfach klingt, hat aber auch seine Tücken. Worauf Trainingswillige achten sollten.
Wer daheim auf dem Laufband trainiert, muss die Intensität und die Menge der Einheiten selbst festlegen - ungeübten Sportler fehlt dafür oft nötiges Wissen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
Wer daheim auf dem Laufband trainiert, muss die Intensität und die Menge der Einheiten selbst festlegen - ungeübten Sportler fehlt dafür oft nötiges Wissen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Köln (dpa/tmn) - An Geräten trainieren, um Herz und Kreislauf auf Trab zu bringen, Ausdauer zu trainieren oder Pfunde purzeln zu lassen: Das geht auch zu Hause - auf Stepper, Standfahrrad oder Laufband. Diese Geräte machen Trainierende unabhängig von den Öffnungszeiten eines Fitnessstudios.

Standfahrräder und Crosstrainer sind für ein Ausdauertraining gut geeignet. Experten werten etwa die geringe Belastung der Gelenke als positiv. Crosstrainer gelten im Vergleich als etwas effektiver, weil sie Rumpfmuskulatur, Schultern und Arme mehr beanspruchen.

Auch ein Laufband ist für ein Herz-Kreislauf-Training ideal, aber gleichzeitig nur mit Vorsicht zu genießen. «Ein Training auf dem Laufband ist nicht ganz ungefährlich», sagt Prof. Theodor Stemper, Sportwissenschaftler von der Bergischen Universität Wuppertal.

Ein Rudergerät findet ebenfalls in vielen Haushalten Platz. Sein Vorteil: Man macht damit Ausdauersport und Krafttraining zugleich. Wer beim Rudern die Schlagfrequenz steigert, trainiert die Ausdauer. Wer den Widerstand erhöht, trainiert die Kraft.

«Allerdings besteht beim Rudern daheim ohne Aufsicht von Experten die Gefahr, dass man den Rücken und die Schultern falsch belastet», warnt Stemper, der auch Ausbildungsdirektor beim Deutschen Fitness und Aerobic Verband (DFAV) ist. Die Folge können Verspannungen und schlimmstenfalls sogar Rückenschäden sein.

Lieber von Fachleuten einweisen lassen

Um Fehlbelastungen und Stürze zu vermeiden, sollten sich alle Trainingswilligen - egal, an welchem Gerät sie daheim arbeiten - von Fachleuten einweisen und das Gerät optimal einstellen lassen.

«Viele Hersteller lassen oft die Käufer allein mit der Frage, wie sie das Gerät richtig nutzen», kritisiert Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Aus dem Grund sei gerade für Unerfahrene der Kauf nicht in jedem Fall empfehlenswert.

Hinzu kommt: «Ungeübte wissen nicht, wie sie das Training für sich perfekt dosieren und planen», so Froböse. Pauschale Empfehlungen, welcher Hometrainer für wen am besten passt, gibt es nicht. «Man sollte sich bei der Wahl von seinen persönlichen Vorlieben leiten lassen», sagt er.

Vor dem Training kommt der Arztbesuch

Ehe es um es um die Anschaffung des Hometrainers geht, sollten vor allem Untrainierte ihren Hausarzt aufsuchen und um Rat fragen. «Das gilt vor allem für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen», erklärt Theodor Stemper.

Der Arzt sollte ein Belastungs-EKG erstellen und auf Basis dessen einen Herzfrequenzbereich festlegen, in dem der Patient risikolos trainieren kann. Beim Training sollte man zudem stets auf das eigene Körpergefühl achten. Bei Unwohlsein bricht man lieber umgehend ab.

Nur eine Ergänzung zum Fitnessstudio?

Aus Sicht von Ingo Froböse ersetzt ein Heimtrainer keinen Fitnessstudio-Besuch - es sei keine Alternative, sondern im Idealfall eine sinnvolle Ergänzung, meint der Experte.

«Vielen fehlt nach der ersten Begeisterung für das neue Gerät irgendwann einfach die Motivation», sagt Froböse. Und die teure Anschaffung steht dann mitunter einfach nur nutzlos herum.

Ein kleiner Trick kann Trainingsfaulen aber auf die Sprünge helfen: Sie stellen ihr Gerät nicht in einen dunklen Kellerraum, sondern zum Beispiel vor den Fernseher. Trainieren und TV gucken - dann wird einem wenigstens nicht langweilig.

© dpa-infocom, dpa:200616-99-447526/4


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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