Lustige Wortneuschöpfungen bei Kindern korrigieren?

25.10.2019
Wenn Kinder das Sprechen lernen, stolpern sie schon mal über das eine oder andere Wort. Da wird der Papagei schnell zum Paddagei oder der Luftballon zum Luftabong. Wie sollten Familien dann reagieren?
Andauernd korrigieren sollte man sein Kind nicht - das kann die Lust am Spracherwerb beeinträchtigen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa
Andauernd korrigieren sollte man sein Kind nicht - das kann die Lust am Spracherwerb beeinträchtigen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa

Berlin (dpa/tmn) - Wenn Kleinkinder auf schwierige Wörter treffen, verblüffen sie ihr Umfeld oft mit Wortneuschöpfungen. Das trägt zur Belustigung der Familie oder gleich der ganzen Verwandtschaft bei.

Bald wird dann zum Beispiel der Pinguin von allen nur noch «Pin-Lon» genannt. Ist das gut? Oder sollte man das Kind von Anfang an sofort korrigieren? Und darf man über ulkige Wörter des Nachwuchses lachen?

«Die meisten Eltern korrigieren ihre Kinder ganz automatisch, indem sie das falsch Gesagte noch mal richtig wiederholen», beruhigt die Erziehungsexpertin Danielle Graf. Die Buchautorin und Bloggerin ( www.gewuenschtestes-wunschkind.de) würde auf ein «Schau, Mama, Pin-Lon» zum Beispiel instinktiv mit «Ja, das ist ein Pinguin» antworten, ohne den Fehler weiter zu thematisieren.

Denn ständige Korrekturen könnten die Freude am Spracherwerb durchaus beeinträchtigen, erklärt Graf. «Durch das korrigierte Wiederholen lernen Kinder nach und nach die richtige Aussprache der Worte, ohne dass sie sich bloßgestellt fühlen müssen.»

Für die zweifache Mutter spräche aber auch nichts dagegen, einige lustige Familienwörter bewusst falsch zu etablieren: «Denn das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.» Auch Lachen sei erlaubt. Wichtig sei dann jedoch, dass es ein Miteinander-Lachen und kein Auslachen ist.

Blog Gewünschtestes Wunschkind


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wollen Eltern ihre Kinder mehrsprachig erziehen, sollten sie jeweils konsequent eine Sprache sprechen. Auch Bücher und Filme können die Sprachentwicklung fördern. Foto: Maja Hitij/Archiv Mit Kind konsequent in der Muttersprache reden Konsequenz - das ist die wichtigste Bedingung, wenn man sein Kind zweisprachig erziehen will. Jeder Elternteil sollte immer in seiner Muttersprache reden.
Kinder lernen Sprachen fast nebenbei. Foto: Daniel Reinhardt/Symbolbild Zweitsprache lernen Kinder am besten im natürlichen Kontext Manche Eltern wollen schon früh die Sprachentwicklung ihrer Kinder fördern. Idealerweise lernt der Nachwuchs dann schon im Kindergarten eine Zweitsprache. Die Kleinen dürfen dabei aber nicht überfordert werden.
Eltern sollten ihre Kleinen nicht korrigieren, wenn sie grammatikalische Fehler machen. Denn die meisten Kinder eignen sich die Grammatik automatisch an. Foto: Sebastian Kahnert/dpa Kleine Kinder bei Grammatikfehlern nicht korrigieren Irgendwann brabbeln kleine Kinder drauf los. Dabei ist nicht jeder Satz grammatikalisch richtig, den sie sagen. Eltern sollten sie dennoch nicht korrigieren - denn das Problem löst sich von selbst.
Manchen Menschen fällt der Gang zum Therapeuten sehr schwer. Für sie kann eine Online-Therapie - zumindest zeitweise - sinnvoll sein. Foto: Christin Klose Wann eine Online-Therapie sinnvoll ist Psychologische Hilfe gibt es mittlerweile auch online. Solche Angebote helfen, wenn andere nicht verfügbar sind oder die Betroffenen sie nicht nutzen können. Allein gelassen werden darf der Patient dabei aber nicht.