Innere Durchhalteparolen können im Lockdown ermüdend sein

09.02.2021
«Irgendwann ist diese Pandemie schon vorbei» - dieser Gedanke kam wohl fast jedem schon mal, und er hat auch etwas Tröstliches. Auf Dauer aber können solche Parolen ermüdend sein. Was hilft besser?
Gitter vor geschlossenen Geschäften gehören im Corona-Lockdown zum Alltag. Foto: Thomas Frey/dpa/dpa-tmn
Gitter vor geschlossenen Geschäften gehören im Corona-Lockdown zum Alltag. Foto: Thomas Frey/dpa/dpa-tmn

Stuttgart (dpa/tmn) - Sich selbst mit Durchhalteparolen zu motivieren hilft nach Ansicht einer Psychologin im Corona-Lockdown nicht weiter. «Es ist ermüdend, sich immer wieder zu sagen, man müsse jetzt nur durchhalten, irgendwann sei Corona vorbei», sagt Thordis Bethlehem, Landesgruppen-Chefin des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen in Baden-Württemberg.

Stattdessen sei es besser, im Hier und Jetzt zu sein, rät die Diplom-Psychologin. «Leben ist heute, und man sollte das als normal annehmen. Das erleichtert das Zurechtkommen.»

Besonders bedroht von Vereinsamung seien Singles im Homeoffice. Die Herausforderung für sie sei, sich nicht hilflos und ohnmächtig zu fühlen. Entsprechend müsse man nach den kleinen Freiheiten in den beschränkten Zeiten suchen - wie zum Beispiel Online-Dating.

«Wir sind nicht zur Kontaktlosigkeit verdammt», sagt Bethlehem. «Wie Personen die Situation des beschränkten Kontakts erleben und wie gut es ihnen dabei geht, hängt von jeder Person selbst ab.»

© dpa-infocom, dpa:210209-99-363445/2

Webseite der Landesgruppe


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wenn es sich einrichten lässt, ist die Isolation zu Hause eine gute Gelegenheit, mal wieder in Ruhe ein Buch zu lesen. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn Strategien gegen den Corona-Lagerkoller Zu Hause, immer, sogar bei der Arbeit - das kann eine große psychische Belastung sein, warnen Experten. Wer sich davor schützen will, kann aber einiges tun. Der erste Schritt: Duschen.
Spazierengehen ist ein natürlicher Stimmungsaufheller - auch an trüben Tagen. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/dpa-tmn Regelmäßig rausgehen: Mit Struktur durch den Corona-Blues Seit Monaten ist das öffentliche Leben pandemiebedingt stark eingeschränkt. Ein Ende? Ist nicht in Sicht, eher im Gegenteil. Und dann ist auch noch Winter. Warum frische Luft jetzt so wichtig ist.
Möchte der Arbeitgeber kontrollieren, ob im Homeoffice Arbeits- und Datenschutzbestimmungen eingehalten werden, braucht er immer die Erlaubnis des Arbeitnehmers. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn Überwachung im Homeoffice Wegen der Corona-Krise ist der Arbeitsplatz daheim fast schon zur Normalität geworden. Eine Stempeluhr gibt es dort nicht, trotzdem können sich Mitarbeiter auch zuhause nicht der Kontrolle entziehen.
Wer an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, fühlt sich im Alltag oft wie betäubt. Foto: Eloisa Ramos/Westend61/dpa-tmn Belastungsstörungen sind therapierbar Ein Unfall, ein Überfall, eine Naturkatastrophe: Schlimme Erlebnisse können Traumata hinterlassen. Für Betroffene wird der Alltag dann oft zur Qual. Wie finden sie raus aus dieser Situation?