Eltern sollten Corona-Sorgen nicht ohne Filter kommunizieren

26.10.2020
Die Folgen der Corona-Pandemie lösen bei Erwachsenen Sorgen aus. Das merken natürlich auch Kinder. Wie also sollten Eltern mit ihrem Nachwuchs über die Krise sprechen?
Die Corona-Krise ist komplex. Eltern sollten unterscheiden, welche Infos ihr Kind verstehen kann - und welche eher Ängste auslösen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Die Corona-Krise ist komplex. Eltern sollten unterscheiden, welche Infos ihr Kind verstehen kann - und welche eher Ängste auslösen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Weinheim (dpa/tmn) - Die Corona-Pandemie beeinflusst den Alltag von Familien an unterschiedlichen Stellen. Manches können Kinder gut verarbeiten, anderes löst potenziell Ängste aus.

Eltern sollten deshalb gut überlegen, über welche Dinge sie mit ihren Kindern wie sprechen. Das erklärt Kathrin Sevecke, Professorin für Kinder- und Jugendpsychiatrie im österreichischen Hall, in einem Interview in der Zeitschrift «Psychologie Heute» (Ausgabe November 2020).

Hygienemaßnahmen etwa könne man Kindern in Ruhe erklären und vormachen, ähnlich wie man Kindern auch das richtige Zähneputzen beibringt. Behutsamer sollten Eltern dagegen sein, wenn es um eigene Sorgen und Ängste geht, um diese nicht an die Kinder weiterzugeben. So rät die Expertin gerade Ungewisses, zum Beispiel eine drohende Kündigung, nicht ungefiltert zu erzählen.

Das sollte aber nicht dazu führen, dass es «Familiengeheimnisse» gibt, heißt es in der Zeitschrift. Das könne sich ungünstig auf die Entwicklung der Kinder auswirken. Erkrankt also etwa der Opa oder ein anderes Familienmitglied, sollte man das nicht einfach verschweigen, sondern offen kommunizieren und etwa sagen: «Wir hoffen alle ganz fest, dass es ihm bald wieder gutgeht.»

© dpa-infocom, dpa:201026-99-84954/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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