Bei Herzinfarkt-Anzeichen Rettungsdienst rufen

14.04.2020
In der Corona-Pandemie versuchen viele Menschen, einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden. Doch bei einem Herzinfakt kommt es auf jede Minute an. Bei diesen Anzeichen ist daher schnelles Handeln gefragt:
Krankenhäuser meldeten einen starken Rückgang der Herzinfakt-Einweisungen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv
Krankenhäuser meldeten einen starken Rückgang der Herzinfakt-Einweisungen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Paris (dpa) - Bei Herzinfarkt-Symptomen sollten Betroffene auch während der Covid-19-Pandemie sofort den Rettungsdienst rufen. Die Anweisung, zu Hause bleiben, und nicht ins Krankenhaus zu kommen, gelte nicht für Patienten mit Herzinfarkt-Symptomen, warnte die Europäische Gesellschaft für Kardiologie mit Sitz im französischen Sophia Antipolis.

Demnach berichten Krankenhäuser in Europa und darüber hinaus über einen drastischen Rückgang der Herzinfarkt-Einweisungen. «Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute», erklärte die Präsidentin der Gesellschaft, Barbara Casadei, laut Mitteilung.

«Eine Verzögerung (der Behandlung) gefährdet ihr Leben, erhöht den Schaden an ihrem Herzen und das Risiko, eine Herzinsuffizienz zu entwickeln», so Casadei weiter. Während der Pandemie zögerten viele Menschen mit Herzinfarkt-Symptomen den Krankenhausaufenthalt hinaus oder würden ihn aus Angst, Covid-19 zu bekommen, vermeiden, hieß es weiter. Krankenhäuser sollten aber Bereiche für Herzinfarktpatienten ausgewiesen haben, um der Verbreitung des Coronavirus dort entgegenzuwirken. Auch wer an Covid-19 erkrankt sei oder mit erkrankten Menschen zusammenlebe, solle sofort den Krankenwagen rufen, so die Gesellschaft.

Zu den Herzinfarkt-Symptomen gehören etwa Brustschmerzen, Schwitzen und Kurzatmigkeit. Andere Warnzeichen sind Schmerzen in Hals, Nacken, Rücken, Bauch oder Schultern, die länger als 15 Minuten andauern.

Deutsche Mediziner hatten schon zuvor auf einen Rückgang von Patienten in Notaufnahmen hingewiesen. So seien in den vergangenen Wochen deutlich weniger Menschen mit einem leichten Herzinfarkt oder Schlaganfall in die Notaufnahme gekommen, warnten Chefärzte vom Nürnberger Klinikum. Es kämen dafür vermehrt Patienten, bei denen die Beschwerden schon weiter fortgeschritten seien als üblich. Auch bei Schlaganfall ist eine möglichst kurze Zeit bis zur Behandlung entscheidend für den weiteren Verlauf.

Mitteilung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Laut der Bertelsmann-Studie haben große Krankenhäuser einen klaren Vorteil: Sie verfügen über mehr Ausstattung und Erfahrung als kleinere Kliniken. Foto: Stephanie Pilick Patienten haben Recht auf freie Krankenhauswahl Eine neue Bertelsmann-Studie empfiehlt, die Hälfte aller Kliniken zu schließen. Denn große Kliniken würden eine bessere Versorgung bieten. Doch einige Gründe sprechen durchaus für kleinere Krankenhäuser. Haben Patienten überhaupt die Wahl?
Wer am Wochenende krank wird, dem wird über die 116117 geholfen. Foto: Bernd Weissbrod/dpa Kassenärzte: Bessere Abstimmung bei Notfällen nötig Magendrücken, gebrochenes Bein, Schlaganfall - wohin soll der Patient im Notfall gehen, zum niedergelassenen Bereitschaftsarzt oder direkt ins Krankenhaus? So richtig klar ist das den meisten Patienten nicht.
Hitze belastet den Körper und kann das Risiko für einen Herzinfakt erhöhen. Foto: Sebastian Kahnert/zb Hitze führt zu mehr Herzinfarkten Der Klimawandel sorgt nicht nur für einen steigenden Meeresspiegel - er gefährdet auch die Gesundheit. Vor allem das Herz-Kreislauf-System wird von zunehmender Hitze gestresst. Experten sehen das Gesundheitssystem vor einer großen Herausforderung.
Mit einer Impfung schützen Menschen nicht nur sich selbst, sondern indirekt auch die anderen. Bei einer hohen Impfquote kann sich ein Erreger schwerer in der Bevölkerung verbreiten. Foto: Ole Spata Gerüchte und Wahrheiten zum Thema Impfen Soll ich mein Kind impfen? Viele Eltern sind durch Debatten im Netz oder in der Kita verunsichert. Einige Fakten für den Durchblick.