Baby-Wehwehchen nicht nur auf die Zähne schieben

23.10.2019
Das erste Babyjahr kann für alle Beteiligten anstrengend sein - spätestens dann, wenn die Zähne kommen. Tückisch dabei: Genau in dieser Zeit sind Kinder auch generell krankheitsanfälliger.
Wenn Babys weinen, müssen Eltern auf Ursachensuche gehen. Drücken körperliche Beschwerden, oder hat das Kleine einfach nur schlechte Laune?. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Wenn Babys weinen, müssen Eltern auf Ursachensuche gehen. Drücken körperliche Beschwerden, oder hat das Kleine einfach nur schlechte Laune?. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - «Das sind bestimmt die Zähne!» Egal ob Fieber, Durchfall oder einfach schlechte Laune: Für fast jedes große und kleine Leiden von Babys und Kleinkindern machen Eltern gerne den Durchbruch der kleine Beißer verantwortlich.

Doch das stimmt nicht unbedingt, erklärt die Stiftung Kindergesundheit. Leichte Beschwerden können tatsächlich mit dem Zahnen zusammenhängen. Heftigere, hartnäckige Beschwerden sollten Eltern aber lieber vom Arzt abklären lassen.

Aktuellen Studien zufolge haben die meisten Kinder zwar verschiedene Wehwehchen, wenn die Zähne kommen - beim ersten Durchbruch sind es sogar mehr als zwei Drittel (70,5 Prozent). Typische Symptome sind Schlafstörungen oder Schnupfen, manchmal auch Durchfall und Erbrechen. Ganz normal ist auch eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur - allerdings nur selten auf mehr als 38 Grad Celsius. Von Fieber spricht man bei kleinen Kindern erst, wenn das Thermometer ab 38,5 Grad zeigt.

Im Durchschnitt bricht der erste Zahn durch, wenn das Baby sieben Monate alt ist. Genau in diese Zeit fallen aber auch andere Veränderungen: Zwischen dem sechsten und dem achten Lebensmonat lässt zum Beispiel der sogenannte Nestschutz nach - also die von Mama mitgegebenen Extra-Abwehrkräfte. Deshalb sind Kinder dann generell anfälliger für Infektionen aller Art. Mit richtigem Fieber oder anderen, schweren Symptome sollten Eltern daher zum Arzt gehen - und es nicht vorschnell auf die Zähne schieben.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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