300 Euro: Bei welchen Eltern der Kinderbonus ankommt

29.06.2020
Familien mit Kindern sollen in der Corona-Krise einen Bonus bekommen. Für jedes kindergeldberechtigte Kind werden 300 Euro überwiesen. Das Geld kommt aber nicht bei allen Eltern gleichermaßen an.
Vom Kinderbonus profitieren vor allem Familien mit niedrigem und mittleren Einkommen. Foto: Andreas Gebert/dpa/dpa-tmn
Vom Kinderbonus profitieren vor allem Familien mit niedrigem und mittleren Einkommen. Foto: Andreas Gebert/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Nach den Plänen der Bundesregierung bekommen Familien mit Kindern eine finanzielle Unterstützung. Der geplante Kinderbonus von 300 Euro soll in zwei Raten zu je 150 Euro im September und Oktober gemeinsam mit dem Kindergeld überwiesen werden.

Die 300 Euro extra pro Kind werden bei der Einkommensteuer mit den Kinderfreibeträgen verrechnet. Das bedeutet: Nicht alle Eltern profitieren von der zusätzlichen Leistung gleichermaßen, erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Freuen können sich Eltern mit niedrigerem Einkommen: «Nicht verheiratete Eltern profitieren bis zu einem Einkommen von rund
33.900 Euro in voller Höhe vom Kinderbonus», hat Rauhöft ausgerechnet. Verheiratete Eltern profitieren bis zu einer Einkommensgrenze von 67.800 Euro in voller Höhe.

Bei höheren Einkommen wirken Freibeträge entlastend

Verdienen Eltern mehr, bringen die Kinderfreibeträge über die Einkommensteuerveranlagung normalerweise mehr Entlastung als das im Laufe des Jahres gezahlte Kindergeld. Für 2020 bleibt es jedoch auch für diese Eltern meist beim Kindergeld einschließlich Kinderbonus.

«Erst ab einem Einkommen von mehr als 85.900 Euro wirken sich die Freibeträge für 2020 über das Kindergeld hinaus steuerentlastend aus», sagt Rauhöft. Bei unverheiratete Eltern liegt diese Grenze bei 42 950 Euro.

Das bedeutet: «Ab diesem Einkommen wird der zunächst gezahlte Kinderbonus bei der Einkommensteuerklärung 2020 wieder komplett verrechnet», erklärt Rauhöft. «Folglich kommt der vorgesehene Bonus nur Eltern mit geringen und mittleren Einkommen zugute.»

Finanzamt prüft bei Steuererklärung automatisch

Der Hintergrund: Kindergeld zahlt der Staat auf Antrag bis die Kinder 18 Jahre alt sind oder bis sie ihre Ausbildung beendet haben. Gleichzeitig gibt es für Eltern sogenannte Kinderfreibeträge bei der Steuer (2020: 7812 Euro pro Kind). Diese werden vom zum versteuernden Einkommen abgezogen, wodurch sich die zu zahlende Steuer verringert.

Das Finanzamt prüft bei der Steuererklärung, ob die Eltern mehr vom Kindergeld oder vom Freibetrag hätten. Bei Vielverdienern lohnt sich der Freibetrag mehr, sie erhalten dann eine höhere Entlastung. Das Kindergeld wird über die Steuer wieder einkassiert.

© dpa-infocom, dpa:200608-99-346139/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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