Fertigprodukte für Kinder nur bedingt empfehlenswert

14.05.2020
Ob Kinder-Ravioli oder Tütensuppen mit Tierfiguren - bei Fertigprodukten gibt es auch einige Angebote gezielt für Kinder. Aber wie gesund sind sie?
Fertiggerichte für Kinder enthalten oft ungünstige Mengen an Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen und Salz. Das ergab eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Brandenburg. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Fertiggerichte für Kinder enthalten oft ungünstige Mengen an Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen und Salz. Das ergab eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Brandenburg. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Potsdam (dpa) - Viele fertige Mittagsgerichte und herzhafte Snacks für Kinder sind aus Sicht der Verbraucherzentrale Brandenburg unnötig. Manche seien einfach ungesund, betonte die Verbraucherzentrale in einer Mitteilung.

Produkte für Kleinkinder im Alter von einem bis drei Jahren würden grundsätzlich dem Bedarf entsprechen, da es für sie gesetzliche Regelungen gebe. Manko sei jedoch, sie hätten häufig zu wenig Energie, das Kind sei schnell wieder hungrig, sagte Silke Vollbrecht, Lebensmittelexpertin bei der Verbraucherzentrale. Eltern sollten deshalb einen Schuss hochwertiges Sonnenblumen- oder Rapsöl in das Essen geben. Kinder ab dem ersten Lebensjahr könnten aber mit der Familie essen.

Fertiggerichte für ältere Kinder müssten keinen gesetzlichen Anforderungen entsprechen und seien damit schlicht ungesund, hieß es. Kinder-Ravioli oder Tütensuppen mit Tierfiguren haben nach den Angaben ein ungünstigeres Verhältnis zwischen Kohlenhydraten, Fetten sowie Eiweißen und enthalten oft zu viel Salz. Hin und wieder könnten Eltern auf fertige Saucen oder Trockenmischungen zurückgreifen. Von vielen bereits panierten Fertigprodukten oder Fertigtoasts werde abgeraten.

Die Verbraucherzentrale hatte im Vorjahr stichprobenartig 40 Produkte auf ihre Eignung als Mittagessen für Kinder bis 6 Jahre überprüft. Ausgewählt wurden 16 Komplettgerichte sowie 24 Beilagen und herzhafte Snacks. Untersucht wurden Nährwerte, Zusatzstoffe, Kennzeichnung sowie die Bewerbung dieser Produkte sowie der Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen.

Marktcheck


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Von heute an überschreiten 3- bis 18-Jährige die empfohlene Jahresmenge an Zucker. Denn sie sollten höchstens zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr durch freie Zucker aufnehmen. Nach Daten von 2016 waren es aber 16,3 Prozent. Foto: Jens Kalaene Foodwatch erklärt den Montag zum «Kinder-Überzuckerungstag» Im Kampf für eine gesündere Ernährung haben Experten auch zu viel Zucker aus Süßspeisen und Getränken ins Visier genommen. Verbraucherschützer warnen: Kinder haben die empfohlene Jahresmenge bereits heute verzehrt.
«Alex» kocht nicht mehr nur im Privaten. Auf der Internetseite des Männermagazins «Men's Health» hat er seine eigene Show. Foto: Patrick Pleul/dpa «Hier kocht Alex»: Veganes Leben trotz Schwerstarbeit Alexander Flohr ist Straßenbaumeister und hat einen kräftezehrenden Berufsalltag. Doch der 36-Jährige stärkt sich nicht mit Steaks oder deftiger Hausmannskost. Er isst vegan und ist gefragter Hobby-Koch.
Nach Kritik von Foodwatch verzichtet der Schulmilchlieferant Landliebe auf Werbung wie «Kakao steigert die Intelligenz». Foto: Marcel Kusch Aus für umstrittene Kakao-Werbung von Schulmilch-Lieferanten Ist gesüßter Kakao ein gesundes Getränk für Schulkinder? Die Verbraucherorganisation sagt «Nein» und bringt den Schulmilch-Lieferanten Landliebe zum Nachgeben.
Topinambur hat einen süßlichen und leicht nussigen Geschmack. Das Wurzelgemüse kommt etwa als Rohkost oder als Suppe auf den Tisch. Foto: Inga Kjer Topinambur ist vielseitiges Wurzelgemüse Heute kommt Topinambur auf den Tisch - wie bitte? Vielen ist das Wurzelgemüse nicht bekannt. In Deutschland wird es schon länger wieder verstärkt angebaut, nach Brancheneinschätzung wird es aber bei einem Nischenprodukt bleiben.