Bei Pflanzendrinks auf Zusammensetzung achten

08.09.2021
Vegane Ernährung oder eine Kuhmilchallergie - pflanzliche Milchalternativen werden immer attraktiver. Hafer, Mandel, Soja oder Reis: Die Vielfalt verwirrt schnell. Worauf Verbraucher achten können.
Hafer, Mandel, Soja oder Reis: Pflanzliche Milchalternativen werden immer attraktiver. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Hafer, Mandel, Soja oder Reis: Pflanzliche Milchalternativen werden immer attraktiver. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Düsseldorf (dpa/tmn) - Alternativen zur Kuhmilch stehen im Supermarktregal. Und Bio- und Drogeriemärkte bieten ein scheinbar unübersichtliches Angebot an Pflanzendrinks. Beliebt sind laut der Verbraucherzentrale NRW vor allem Produkte auf der Basis von Hafer, Mandel und Soja, gefolgt von Kokosnuss und Reis. Doch was ist für wen das Richtige?

Jeder Drink ist von den Nährstoffen her anders zusammengesetzt. Die beste Wahl hängt daher von den individuellen Ernährungsgewohnheiten ab. Ernähren sich Menschen zum Beispiel überwiegend oder ausschließlich vegan, sollten die Drinks einen höheren natürlichen Proteingehalt haben. Das ist zum Beispiel bei Sojaprodukten der Fall. Die genauen Zahlen stehen jeweils in der aufgedruckten Nährwerttabelle.

Auf Calcium-Zusatz achten

Für Knochen und Zähne ist eine ausreichende Calcium-Versorgung wichtig. Kuhmilch liefert Calcium von Natur aus. Wer auf Pflanzendrinks umsteigt, sollte darauf achten, dass diese mit Calcium angereichert sind. Auch das muss in der Nährwerttabelle angegeben sein.

Soll die Pflanzenmilch für Barista-Drinks aufgeschäumt werden, ist der Fett- und Proteingehalt entscheidend. Sojadrinks lassen sich fast immer gut aufschäumen, auch wenn sie nicht extra mit dem Zusatz «Barista» gekennzeichnet sind. Die Barista-Varianten der Haferdrinks sind dagegen entsprechend angereichert: durch eine Sojazugabe oder durch Raps- oder Sonnenblumenöl.

Zutatenliste wichtiger als Werbeversprechen

Der Vermerk «ohne Zuckerzusatz» oder «ungesüßt» auf der Packung klingt erstmal gut. Doch Hafer- und Reisdrinks etwa enthalten von Natur aus schon Zucker. Dagegen können Mandel- und Sojadrinks, wenn sie nicht zusätzlich gesüßt sind, tatsächlich wenig bis keinen Zucker haben.

Auch Begriffe wie «Natur», «Naturell» oder «Natural» finden sich gerne auf den Drinks. Diese Begriffe sind aber lebensmittelrechtlich nicht geschützt oder definiert. Was im Getränk drinsteckt oder eben gerade nicht, steht ausschließlich in der Zutatenliste.

Schade ich dem Regenwald, wenn ich Sojadrinks trinke? Diese Frage stellt sich manch umweltbewusster Verbraucher. Nur ein Bruchteil der weltweiten Sojaernte wird zu Lebensmitteln verarbeitet, erklärt die Verbraucherzentrale. Das meiste Soja diene als Tierfutter. Wer aber in punkto Regenwaldschutz ganz sicher sein möchte, wählt Drinks mit Soja aus europäischem Anbau.

© dpa-infocom, dpa:210908-99-138565/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ob selbstgemixt oder mit Pulver angerührt: Smoothie Bowls werden oft mit Obst und Nüssen dekoriert. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Wie gesund sind Smoothie Bowls zum Anrühren? Smoothies kann man nicht nur trinken, sondern auch löffeln. Mittlerweile gibt es sogar Pulver, mit denen man fruchtige Smoothie Bowls anrühren kann. Wie gesund ist das?
Aus Pistazienkernen lässt sich leicht eine cremige Milchalternative herstellen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn Pistaziendrink können Sie selbst machen Hafer, Mandel, Soja: Aus allen möglichen Zutaten lassen sich Pflanzendrinks machen. Neu im Rennen ist die Pistazie. Sie schmeckt schön nussig und ist cremig genug, um auch im Kaffee zu überzeugen.
Früher war klar: «Milch» meint Kuhmilch. Das ist in Deutschland heute anders. Pflanzliche Milchalternativen zum Beispiel aus Hafer boomen. Der Verbrauch von Kuhmilch sinkt. Foto: Sina Schuldt/dpa Die Milch macht's? So mancher setzt lieber auf Alternativen Früher war klar: «Milch» meint Kuhmilch. Das ist in Deutschland heute anders. Pflanzliche Milch-Alternativen zum Beispiel aus Hafer boomen. Der Verbrauch von Kuhmilch sinkt. Warum wächst die Milchskepsis?
Für den Kaffee oder das Müsli am Morgen: Haferdrinks sind eine beliebte Alternative für Menschen, die keine Kuhmilch vertragen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Gerührt oder geschüttelt: Haferdrinkpulver im Check Im Handumdrehen zum Haferdrink: Das geht mit speziellen Pulvern, die in Drogerien und Biomärkten immer häufiger zu finden sind. Wie funktionieren sie - und sind die Pulver wirklich nachhaltiger?