Alles Torte: Designer-Torten liegen voll im Trend

11.05.2016
Cremige Handtaschen, zuckrige Spielekonsolen und köstliche Traktoren: Mit ihren Designer-Torten liegt die Düsseldorferin Marie Labude im Trend. Die Idee der «Custom Cakes» kommt aus Übersee.
Die 31-jährige Ausstralierin Marie Labude, deren kleines Unternehmen "The Baker`s Wife" heißt, kreiert ganz besondere Torten. Sie stellt aus Carrot Cake, Buttercreme oder Schoko Handtaschen, Fotoapparate, Turnschuhe, Masken oder Tiere her. Foto: Horst Ossinger
Die 31-jährige Ausstralierin Marie Labude, deren kleines Unternehmen "The Baker`s Wife" heißt, kreiert ganz besondere Torten. Sie stellt aus Carrot Cake, Buttercreme oder Schoko Handtaschen, Fotoapparate, Turnschuhe, Masken oder Tiere her. Foto: Horst Ossinger

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Handtasche, die Spiele-Konsole und das Steak haben eines gemeinsam: Es sind täuschend echt wirkende Attrappen. Denn eigentlich sind es Torten.

Die Schöpferin der Torten-Skulpturen ist Marie Labude (32). Die gebürtige Australierin kommt derzeit in Düsseldorf mit dem Backen kaum nach: Spezielle Designer-Torten sind in den USA, Australien und Großbritannien schon lange beliebt. Nun ist der Trend auch in Deutschland angelangt.

«Fondant» - das ist das Zeug, aus dem die Tortenträume sind. Aus der Zuckermasse wird die stabile Hülle der Torten geformt. Mit Teig, Glasur und viel Geduld erfüllt Labude die Wünsche ihrer Kunden, formt Torten wahlweise als Turnschuhe oder Traktoren. «Nur nach den Kalorien sollte man nicht fragen. Aber die Torten sind ja meist nur für einen besonderen Tag», sagt Labude.

Für ihre «Custom Cakes», ihren Torten nach Kundenwunsch, bringt die 32-Jährige essbare Schichten wie eine Bildhauerin in Form und legt den Fondant-Mantel um. Dann beginnt sie mit dem Feinschliff. Mit einer Airbrush-Pistole und Lebensmittelfarbe wird die Torte lackiert.

Angefangen habe alles mit einer Handtasche, die sie für eine gute Freundin gebacken hatte, erklärt Labude. «Auf der Geburtstagsparty waren die Gäste so begeistert und haben dann bei mir Torten bestellt.» Inzwischen backt sie bis zu neun Stück pro Woche, zusätzlich zu ihrem Vollzeitjob.

Um die 200 Euro blättern Kunden für eine Handtaschen-Attrappe hin. Dafür stecken bis zu 13 Stunden Arbeit in den Stücken. «Und Fondant ist sehr teuer», erklärt die Tortendesignerin.

«In Australien gehören solche Torten bei Feiern dazu», berichtet Labude. Hierzulande brächten Back-Blogs die Leute allmählich auf den Geschmack. Das Event-Gebäck werde immer bekannter. Inzwischen bieten Online-Shops die Custom Cakes und ihre Zutaten im Versand an. Das Kölner Unternehmen «Cake Mart» hat Filialen in verschiedenen Städten in NRW eröffnet.

«In Deutschland liegen die Torten gerade im Trend. In den USA ist das schon seit vielen Jahren so», sagt Mike Iffert, der Geschäftsführer der Back-Messe Cake and Bake (28. bis 29. Mai 2016) in Dortmund.

In Köln bietet inzwischen eine «Cake Academy» (Kuchen-Akademie) Kurse in Fachgebieten wie «Zuckerfloristik» an. Für Schulungen bei internationalen Designer-Torten-Profis wie Peggy Porschen, die in London die Prominenz versorgt, zahlen Teilnehmer mehrere Hundert Euro.

Die neue Formenvielfalt der Torten wird von den klassischen Konditoren mit Argwohn betrachtet. Schließlich drängen mit ihr Quereinsteiger ins Torten-Business: «Das ist ein Gesamterlebnis und geht nicht nur über die Optik, sondern auch über den Gaumen. Quereinsteiger und Hausfrauen können da nicht mithalten», meint Michael Peschke, der Geschäftsführer der NRW-Landesinnung der Konditoren.

Der Versuch, der Konditoren-Konkurrenz rechtlich das Handwerk zu legen, geriet in Schleswig-Holstein zum Desaster. Das Amtsgericht Lübeck sprach eine Tortendesignerin im vergangenen Jahr vom Vorwurf der unerlaubten Handwerksausübung frei. Die Richter entschieden: Tortendesign ist Kunst.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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