Wenn Kinder an den Weihnachtsmann und das Christkind glauben

01.12.2020
«Die Rennbahn hat dir Om...äh, das Christkind geschenkt.» Diese Illusion halten fast alle Eltern kleiner Kinder aufrecht. Daran ist auch nichts auszusetzen - solange Zweifel erlaubt sind.
Solange Kinder klein sind, dürfen sie auch an den Weihnachtsmann glauben. Das schadet ihnen laut Experten nicht. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn
Solange Kinder klein sind, dürfen sie auch an den Weihnachtsmann glauben. Das schadet ihnen laut Experten nicht. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) - «Doch doch, den Weihnachtsmann und das Christkind gibt es ganz sicher.» So erzählen es die meisten Eltern ihren Kindern. Aber schadet es nicht dem Vertrauen in Mama oder Papa, wenn die Kleinen herausfinden, dass dem gar nicht so ist?

Diese Sorge ist unbegründet, sagt Pädagogin und Bindungsexpertin Eliane Retz. Von etwa zwei bis vier Jahren durchleben Kinder die magische Phase. Dann ist die Grenze zwischen Realität und Fantasie fließend. Figuren wie der Weihnachtsmann oder das Christkind bedienen also ein kindliches Bedürfnis, und Eltern müssen deshalb kein schlechtes Gewissen haben.

Anders sieht es aus, wenn Kinder von sich aus zu zweifeln anfangen: Dann sollten Eltern nicht länger auf Weihnachtsmann und Co beharren.

Was Erwachsene ebenfalls vermeiden sollten, sind Drohungen à la «Wenn du nicht brav bist, bringt er/es keine Geschenke», rät Retz in der Zeitschrift «Eltern» (Ausgabe 12/2020).

© dpa-infocom, dpa:201117-99-363593/4


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wenn keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen, sollte das in Familien frühzeitig angesprochen werden, damit keine falschen Erwartungen entstehen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Weihnachten ohne Geschenke: Geht das - und wenn ja, wie? Das bestellte Paket kommt zu spät an, der Laden hat wegen Corona zu oder man will sich den Einkaufsstress ersparen: Weihnachten ohne Geschenke - geht das? Und wie kann man die Familie vorbereiten?
Weihnachten ist nicht mehr fern. Wer anders als sonst feiern möchte, sollte bald mit der Familie sprechen. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn Weihnachten im kleinen Kreis: Wunsch frühzeitig ansprechen Mal nicht wegfahren, nur mit den Kindern zu Hause das Weihnachtsfest feiern - wer diesen Wunsch hat, sollte ihn offen aussprechen. Und zwar recht bald.
Gut drei Viertel der Menschen in Deutschland (76 Prozent) haben laut einer Umfrage früher den Weihnachtsmann oder das Christkind hinter den Geschenken vermutet. Foto: Patrick Pleul Kindern den Glauben an den Weihnachtsmann lassen Mag die moderne Welt an so manchem Wunderglauben gerüttelt haben - die Mär vom Weihnachtsmann ist so verbreitet wie eh und je. Und das ist auch gut so, betonen Psychologen. Zumindest dann, wenn der pummelige Mantelträger nicht als Erziehungsinstanz missbraucht wird.
Keine heile Welt vorgaukeln: Heiligabend sollten Trennungskinder bei dem Elternteil verbringen, bei dem sie auch sonst überwiegend leben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Trennungskind an Weihnachten nichts vorgaukeln Weihnachten gilt als Fest der Familie. Haben sich die Eltern jedoch getrennt, stellt sich mit Blick auf das Kind oft die Frage: Wie wird gefeiert?