Neuer Infineon-Sensor soll auch Smartphone-Fotos verbessern

28.02.2019
Ob Augmented Reality oder Bokeh-Effekt - Mit seinen neuen Chipsensoren will Infineon Android-Smartphones auch in Sachen Fotografie auf eine neue Stufe heben.
Der Münchner Infineon-Konzern will mit seinen Sensoren bessere Fotografie-Möglichkeiten in Android-Smartphones anbieten. Foto: Matthias Balk
Der Münchner Infineon-Konzern will mit seinen Sensoren bessere Fotografie-Möglichkeiten in Android-Smartphones anbieten. Foto: Matthias Balk

Barcelona (dpa) - Der Chipkonzern Infineon will mit einer neuen Generation seines Sensors, der aktuell von LG zur Gesichtserkennung eingesetzt wird, auch verstärkt die Smartphone-Fotografie verbessern.

Beim neuen Modell wurde die Auflösung von 37.000 auf 150.000 Pixel erhöht, wie Infineon-Manager Philipp von Schierstädt auf dem Mobile World Congress (25. bis 28. Februar) in Barcelona sagte.

Der Chip kann auch zur Vermessung des Umfelds verwendet werden - zum Beispiel für die sogenannte erweiterte Realität (Augmented Reality),bei der künstliche Objekte auf einem Bildschirm in reale Umgebungen integriert werden. Eine weitere Anwendung ist Fotografie etwa mit dem Bokeh-Effekt, bei dem der Hintergrund künstlich unscharf erscheint.

Der Sensor funktioniert mit der Time-of-Flight-Technologie, bei der ein Objekt mit Photonen beschossen wird und ein Sensor misst, wie schnell sie von Objekten abgestrahlt zurückkommen. Daraus wird eine Wolke aus 3D-Punkten erstellt, die die Umgebung abbildet.

LG baute in sein neues Smartphone-Modell G8 ThinQ als erster den vor einem Jahr von Infineon in Barcelona gezeigten Sensor ein - und setzt ihn neben der Gesichts-Identifikation auch zum Entsperren des Telefons per Venenerkennung ein. Apple hatte mit der ausgeklügelten FaceID-Technik des im Herbst 2017 erschienenen iPhone X die Gesichtserkennung in Smartphones auf ein neues Niveau gebracht. Der Münchner Infineon-Konzern will mit seinen Chipsensoren Herstellern von Smartphones mit dem Google-System Android eine genauso sichere Technologie bieten, die günstiger sei und verlässlicher funktioniere.

Die Time-of-Flight-Technologie wird zum Beispiel auch genutzt, um Maschinen wie etwa autonome Robotersysteme in Fabriken ihr Umfeld sehen zu lassen. Bei Autos könnten solche Sensoren auf eine Entfernung von 50-60 Metern statt deutlich teurerer Laserradare die Umgebung abtasten, sagte Bernd Buxbaum von der Siegener Firma pmdtechnologies, die den Sensorchip gemeinsam mit Infineon entwickelt, in Barcelona.

Infineon zum neuen Sensorchip

Mobile World Congress Barcelona


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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