Neue Schutzfunktion von Microsoft gegen Mail-Lawinen

12.05.2020
Ein Mausklick, und schon ist es passiert: Man hat Tausenden Kolleginnen und Kollegen geantwortet - und legt nebenbei den E-Mail-Server lahm. Dem schiebt Microsoft nun einen Riegel vor.
«Allen antworten» muss nicht immer sein. Und wenn es nicht sein darf, kann diese Funktion ab sofort gesperrt werden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
«Allen antworten» muss nicht immer sein. Und wenn es nicht sein darf, kann diese Funktion ab sofort gesperrt werden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Der Button «Allen antworten» im E-Mail-Programm ist so praktisch wie verhängnisvoll. Ging die Mail, auf die man antwortet, nur an eine Handvoll Menschen, erfüllt der Button meist genau seinen Zweck.

War die Nachricht aber an die Sammeladresse des ganzen Unternehmens adressiert, ist es in vielen Fällen peinlich oder zumindest unangemessen, allen zu antworten.

Doch das ist nur eine Seite des Problems. Die andere ist der Mail-GAU: Mit «Allen antworten» kann ein einzelner Nutzer so eine riesige Mail-Lawine lostreten, dass das den Mail-Server der Firma in die Knie zwingt - insbesondere wenn mehrere Nutzer nacheinander allen antworten.

Microsoft spricht von einem «Allen antworten»-Mail-Sturm (Reply all mail storm) und hat nun für Unternehmen, die Office 365 mit Exchange-Mail-Server nutzen, eine Schutzfunktion eingeführt. Laufen binnen einer Stunde zehn Mail-Konversationen auf, die an mehr als 5000 Empfänger gerichtet sind, werden Antworten auf diese Konversation für die folgenden vier Stunden gesperrt.

Die Nutzerin oder der Nutzer erhält dann einen Hinweis, dass seine Antwort wegen Mail-Sturm-Gefahr nicht gesendet wurde - gefolgt von dem Hinweis, dass eine Antwort höchstens möglich ist, wenn sie an einen kleineren Empfängerkreis geht.

Mitteilung zur Schutzfunktion


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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