Netzagentur zieht Millionen Produkte aus dem Verkehr

10.01.2019
Ob Bluetooth-Lautsprecher, Smartwatches oder drahtlose Kopfhörer - bei Technikprodukten aus Fernost lässt sich so manches Schnäppchen machen. Allerdings landen immer mehr solcher Artikel wegen Sicherheitsmängeln auf dem Verbotsindex der Bundesnetzagentur.
Die Bundesnetzagentur zog 4 Millionen Bluetooth-Lautsprecher und fast 2,5 Millionen Smartwatches aus dem Verkehr. Grund sind deutliche Sicherheitsmängel. Foto: Ina Fassbender
Die Bundesnetzagentur zog 4 Millionen Bluetooth-Lautsprecher und fast 2,5 Millionen Smartwatches aus dem Verkehr. Grund sind deutliche Sicherheitsmängel. Foto: Ina Fassbender

Bonn (dpa) - Die Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr den Verkauf von mehr als 10 Millionen Elektrogeräten verboten, weil sie Mängel haben oder EU-Vorschriften nicht erfüllen.

«Immer mehr unsichere Produkte aus Fernost gelangen über das Internet auf den deutschen Markt», begründete der Präsident der Netzagentur, Jochen Homann, den rasanten Anstieg der aus dem Verkehr gezogenen Produkte. Im Jahr 2017 hatte die Behörde nur für rund 460.000 Geräte ein Verkaufsverbot verhängt, 2016 waren es nach Angaben einer Sprecherin knapp eine Million Verbote.

Die Kontrolleure der Netzagentur haben im vergangenen Jahr Händler ins Visier genommen, die hohe Stückzahlen im Internet anboten. Unter den Geräten mit Verkaufsverbot waren gut 4 Millionen Bluetooth-Lautsprecher und fast 2,5 Millionen Smartwatches. Außerdem wurde der Verkauf von mehr als 2,5 Millionen drahtlosen Kopfhörern untersagt, weil sie Störungen des Polizeifunks oder des Rettungsdienstfunks verursachen könnten. Die festgestellten Mängel reichten den Angaben zufolge von fehlenden Kennzeichnungen und Produktinformationen bis hin zu unzulässigen Frequenznutzungen oder zu hohen Sendeleistungen.

«Verbraucher sollten mindestens darauf achten, dass die Produkte über eine deutschsprachige Bedienungsanleitung verfügen und eine CE-Kennzeichnung haben», empfahl Homann. Auch wenn der Preis sehr niedrig sei, sollten sie «zweimal hinschauen».


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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