Internet, Telefon und TV: Wenn sich einer um alles kümmert

19.01.2021
Triple Play? Ob das was mit Tennis zu tun hat? Eher nicht. Mit diesem Begriff bezeichnen Telekommunikationsanbieter Tarife, die neben Internet und Telefon auch Fernsehen umfassen. Braucht man das?
Alle Hände voll zu tun: Bei Triple-Play-Tarifen bringt ein einzelner Anbieter Internet, Telefon und Fernsehen ins Haus. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Alle Hände voll zu tun: Bei Triple-Play-Tarifen bringt ein einzelner Anbieter Internet, Telefon und Fernsehen ins Haus. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ein gemeinsamer Vertrag für Internet, Telefonieren und Fernsehen klingt praktisch. Allerdings sind solche Kombi-Tarife nach Einschätzung der Stiftung Warentest oft nur auf den ersten Blick günstig. 

Man sollte sich nicht von vermeintlich superbilligen Einstiegsangeboten blenden lassen, warnt die Stiftung, die sogenannte Triple-Play-Tarife für DSL und Kabel verglichen hat, in ihrer Zeitschrift «Finanztest» (Ausgabe 2/2021).

Der verbreitete Marketingtrick: Der im Angebot groß geschriebene, günstige Tarifpreis - teils zahlt man auch erst einmal gar nichts - gilt nur wenige Monate lang. Danach erhöhen sich die Preise enorm. Wer die Kosten richtig einschätzen möchte, müsse die Gesamtkosten für die Mindestvertragslaufzeit von in aller Regel 24 Monaten betrachten, raten die Experten.

Riesige Kostenspanne

Dabei zeigt sich folgendes Bild: In einem Zeitraum von zwei Jahren können Verbraucherinnen und Verbraucher für ein Dreifachpaket aus Internet, Telefon und Fernsehen rund 770 Euro ausgeben, aber auch mit rund 3300 Euro zur Kasse gebeten werden.

Natürlich darf man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Mehr Internet-Speed bedeutet fast immer auch höhere Kosten. Und der günstigste Tarif im Test ist mit 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Download vergleichsweise langsam.

Aber wie schnell muss es überhaupt sein? Download- und Upload-Geschwindigkeiten von 50 und 10 MBit/s reichten für viele Nutzer aus, urteilen die Warentest-Experten. Damit könnten zwei Menschen im Haushalt zum Beispiel problemlos gleichzeitig surfen oder in HD-Qualität fernsehen. Gibt es regelmäßig mehr parallele Nutzer, könnten sich schnellere Anschlüsse lohnen. Gleiches gelte für Online-Gamer.

Geschickt wählen

Trotzdem sei es möglich, mit Kombi-Tarifen Geld zu sparen, wenn man den Vertrag geschickt auswählt. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis machten die Tester bei einem 100-MBit/s-Tarif aus, der in 24 Monaten mit rund 1000 Euro zu Buche schlägt, schreibt «Finanztest».

Wichtig ist, dass nicht alle Anbieter überall in Deutschland aktiv sind. Und selbst in Orten, an denen ein bestimmtes Unternehmen seine Dienste anbietet, stehen nicht alle Anschlussarten und Internet-Geschwindigkeiten in jeder Straße zur Verfügung. Wer also bestimmte Tarife in die engere Auswahl gezogen hat, kann und sollte auf den Anbieterseiten die Verfügbarkeit für seine Adresse prüfen.

Günstig nur für Neukunden

Wie bei Doppelflatrate-Festnetz-Tarifen für Internet und Telefonie gilt auch bei Triple Play mit TV: Die günstigsten Einstiegsangebote erhalten in aller Regel nur Neukunden. Wer dauerhaft sparen möchte, muss seinen Vertrag rechtzeitig zum Laufzeitende kündigen und sich woanders einen gleich günstigen oder günstigeren Tarif suchen - oder aber probieren, mit seinem Anbieter neue Konditionen auszuhandeln.

© dpa-infocom, dpa:210118-99-76813/2

Stiftung Warentest zu Triple Play


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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