In Teilen Miamis: Zika-Gefahr für Schwangere

03.08.2016
Lange waren es vor allem Reiserückkehrer, bei denen in den USA das Zika-Virus nachgewiesen wurde. Inzwischen übertragen in Teilen Miamis auch Mücken das Virus. Was bedeutet das für Deutschland?
Die Mücke «Aedes aegypti» ist Überträger des Zika-Virus. Foto: Oscar Rivera
Die Mücke «Aedes aegypti» ist Überträger des Zika-Virus. Foto: Oscar Rivera

Washington (dpa) - Schwangere Frauen sollen wegen Zika Teile Miamis meiden. «Im Bereich der Stadt Miami/Florida muss nun erstmals von einer lokalen Übertragung der Zikaviruserkrankung ausgegangen werden», schrieb das Auswärtige Amt.

Zuvor hatte bereits die US-Gesundheitsbehörde CDC Schwangere davor gewarnt, in den Stadtteil Wynwood zu fahren. Dort werde das Virus durch Mücken verbreitet. In Florida ist die Zahl solcher Zika-Fälle inzwischen auf 14 gestiegen.

Die CDC rät auch Schwangeren und ihren Partnern, die sich nach dem 15. Juni in Wynwood aufhielten, Kondome zu nutzen oder auf Sex zu verzichten. Damit soll eine mögliche Übertragung des Virus verhindert werden.

Für Deutschland sehen Experten trotz dieser Entwicklung keine größere Gefahr. Die Bedingungen in Florida unterschieden sich sehr von denen hierzulande, sagte Zika-Expertin Christina Frank vom Robert Koch-Institut (RKI). «Florida hat ein intensiv subtropisches Klima mit weit verbreiteten und nahezu ganzjährig aktiven Gelbfiebermücken (Aedes aegypti)». Das sei ein «offenbar sehr effektiver Überträger» des Zika-Virus.

In Europa komme diese Mückenart lediglich auf Madeira und in einem Gebiet östlich des Schwarzen Meeres vor. Bei der in Deutschland punktuell nachgewiesenen Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) ist nach RKI-Angaben noch nicht endgültig geklärt, ob sie in der Lage ist, das Virus zu übertragen.

In Florida gebe es zudem einen hohen Anteil hispanischer Bevölkerung und damit mehr Reiseverkehr in die bisherigen Zika-Ausbruchsgebiete, sagte Frank. «Man hat schon lange vermutet, dass Teile der USA lokale Zika-Virus-Übertragung bekommen können, vor allem im Sommer und Herbst.» Entsprechend sei auf Mückenbekämpfung gesetzt worden. Bürgern sei schon den ganzen Sommer empfohlen worden, sich vor Stichen zu schützen und mögliche Brutplätze trockenzulegen.

Zunächst waren auf dem US-Festland nur vier Fälle bekannt, bei denen Zika durch Mücken übertragen wurde. Nun gibt es zehn weitere Fälle. Die seien «offenbar Resultat einer aktiven Fallsuche im persönlichen und Wohnumfeld» der ersten vier Infizierten, sagte Frank. Einige dieser Menschen «hatten vermutlich keine Symptome und sind nur so aufgefallen».

Das Zika-Virus ist bislang vor allem in Mittel- und Südamerika und der Karibik verbreitet, wo es hauptsächlich durch Mücken übertragen wird. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass Zika bei einer Infektion von Schwangeren zu schweren Schädelfehlbildungen der Kinder führen und weitere neurologische Schäden auslösen kann.

In Deutschland ist die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Virus inzwischen auf 91 gestiegen. In fast allen Fällen sind die Erkrankten Reiserückkehrer aus den Ausbruchsgebieten in Mittel- und Südamerika. Hierzulande ist bislang lediglich eine sexuelle Zika-Übertragung bekanntgeworden.

Reisewarnung (eng.)

FAQ des RKI zu Zika

Veranstalter bieten Schwangeren kostenlose Stornos

Große deutsche Reiseveranstalter bieten Schwangeren wegen des Zika-Virus jetzt auch für Urlaub in Florida in den USA kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Bei Tui, Thomas Cook, DER Touristik und FTI gilt diese Regel zunächst für alle Anreisen bis 31. Oktober 2016, teilten die Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage mit. Die Fristen sollen solange verlängert werden, wie die Gefahr durch das Virus besteht.

Zuletzt hatte das Auswärtige Amt mitgeteilt, dass in Miami in Florida erstmals von einer lokalen Übertragung des Zika-Virus ausgegangen werden müsse. Bislang tritt Zika vor allem in Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik auf, wo es hauptsächlich von Mücken übertragen wird. Reisen zu diesen Zielen können Schwangere schon seit längerem kostenlos umbuchen und stornieren. Das Virus kann bei einer Infektion zu schweren Schädelfehlbildungen bei den ungeborenen Kindern führen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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