Huawei Matebook 13 und Apple Macbook Air im Vergleich

11.03.2019
Huawei will auch bei Notebooks in der Spitzenliga mitspielen. Dafür schickt der chinesische Hersteller das neue Matebook 13 ins Rennen. Es ist nicht nur rein optisch eine Herausforderung für Apples Macbook Air. Ein Vergleich.
Sie sehen ähnlich aus und unterscheiden sich im Detail doch sehr: Apples MacBook Air (links) und Huaweis Matebook 13. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
Sie sehen ähnlich aus und unterscheiden sich im Detail doch sehr: Apples MacBook Air (links) und Huaweis Matebook 13. Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Huawei macht seit Jahren keinen Hehl daraus, dass sich seine Entwickler am großen Vorbild Apple orientieren. Brandneue Smartphones, Tablets und Notebooks werden bei jeder Ankündigung mit den Top-Modellen aus Cupertino verglichen.

So muss sich auch Huaweis neues Matebook 13, das - nur wenige Wochen nach dem neuen MacBook Air - in Barcelona auf dem Mobile World Congress vorgestellt wurde, mit Apples Gerät messen lassen. Wie fällt der Vergleich aus?

Zunächst einige Äußerlichkeiten

Das Matebook 13 macht mit seinem Aluminiumgehäuse eine gute und stabile Figur. Das Design ist deutlich an das des MacBook Airangelehnt - mit einigen feinen Unterschieden. Zunächst fällt auf, dass das Matebook mit seinem 3:2-Format etwas kompakter und knuffiger wirkt. Es wiegt mit 1,28 Kilogramm minimal mehr als das Air (1,25 Kilogramm).

Innen lässt Huawei bei Tastatur und Display sichtbar weniger Rand und kommt beim Bildschirm dabei trotz des 3:2-Formats auf eine Diagonale von 33,02 Zentimetern (MacBook Air: 33,78 Zentimeter). Bei der Display-Auflösung kommt das Mate nicht ganz an das Air mit Retina-Display im 16:10-Format heran.

Beim Tippen spürt man bei der Huawei-Tastatur einen deutlicheren Hub als beim Apple-Gerät. Der Widerstand der Butterfly-Tastatur beim Macbook Air ist dagegen weicher. Auf Nutzer, die mit zehn Fingern blind schreiben, dürfte das Matebook komfortabler wirken. Letztlich ist es Geschmackssache, beide Tastaturen sind gut.

Eingabeflächen und Prozessoren

Das Trackpad des Matebook ist etwas kleiner und länglicher und reagiert wie viele Eingabeflächen bei Windows-Notebooks etwas nervöser auch auf kaum wahrgenommene Berührungen. Außerdem klickt die große mechanische Taste wirklich. Apple baut stattdessen im Macbook Air eine unbewegliche Eingabefläche mit «Taptic Engine» ein. Sie simuliert den Tastendruck durch Vibrationsfeedback. Beide Geräte verfügen über einen Fingerabdruck-Sensor, der jeweils im Einschaltknopf steckt und einwandfrei funktioniert.

Während das Macbook Air standardmäßig mit einem Intel DualCore i5-Prozessor und Intel UHD Grafik-Chip ausgestattet ist, gibt es das MateBook in zwei Ausführungen: mit Intel Core i5 und i7-Prozessor der achten Generation und vier Kernen, inklusive eines Nvidia GeForce-Chip für bessere Grafikdarstellung. Rein von den Zahlen her liegt das Matebook damit in diesem Bereich vorn.

Die Anschlussmöglichkeiten sind bei beiden Geräten übersichtlich. Während das Air neben der Kopfhörerbuchse mit zwei Thunderbolt 3-Anschlüssen im USB-C-Format ausgestattet ist, verfügt das Matebook zwar auch über zwei USB-C-Ports, allerdings nimmt nur der linke Anschluss Ladestrom an. Das ist verwirrend und umständlich. Das Air ist hier nicht so wählerisch und akzeptiert Strom über alle Buchsen. Aufgeladen hängt es seinen chinesischen Verfolger mit bis zu 12 Stunden Laufzeit ab - beim Matebook ist nach 7,3 Stunden Schluss. Bei Video-Wiedergabe hält das Air mit bis zu 13 Stunden ebenfalls länger durch als sein Verfolger (10,3 Stunden).

Vorinstallierte Programme

Der größte Unterschied liegt aber in der Software. Hier lautet die Frage «Windows oder macOS?». Das MateBook 13 wird mit Windows 10 in der Home-Edition, dem Edge-Browser und voreingestellter Suche mit Bing ausgeliefert. Vorinstalliert sind allerdings auch Programme, die nicht bei jedem Nutzer auf Begeisterung stoßen dürften, zumal eine saubere Deinstallation aufwendig sein kann. Dazu gehört eine Reihe von Spielen wie «Candy Crush» oder «Township», die Karrierenetzwerke Xing und LinkedIn fragen unaufgefordert nach einer Anmeldung. Apple erspart seinen Käufern solche «Angebote».

Auch in Sachen Software begibt sich Huawei auf Aufholjagd. Mit der neuen Funktion Share 3.0 lassen sich ähnlich wie mit Apples Airplay Videos, Fotos oder Dateien schnell und kabellos mit dem Smartphone teilen - sofern ein aktuelles Modell von Huawei griffbereit ist.

Fazit

Wer gerne mit Windows 10 arbeitet und ein handliches Gerät auch für unterwegs sucht, dem bietet Huawei mit dem Matebook 13 eine gute Wahl. Einem überzeugten Mac-Nutzer dürfte ein Umstieg dennoch schwer fallen. Denn endlich hat Apple seinem Leichtgewicht-Notebook auch ein hochauflösendes Retina-Display spendiert. Und in Sachen Ausdauer hängt das Macbook Air seinen Verfolger mühelos ab. Allerdings auch beim Preis: Rund 1350 Euro werden für das Basis-Air mit Retina-Display fällig. Das Matebook 13 gibt es ab 999 Euro.

Spezifikationen des MacBook Air 13 Zoll von Apple

Daten des MateBook von Huawei


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Lenovos VR-Brille Explorer stellt Spiele, Filme und andere Inhalte von Microsofts Mixed Reality dar. Foto: Lenovo/dpa-tmn Vermischte Realität und Hundesnacks - Technik-Neuheiten Technik-Freunde haben Grund zur Freude. Lenovo hat ihre Mixed-Reality-Brille auf den Markt gebracht, die das Eintauchen in virtuelle Welten ermöglicht. Xlayers bietet eine neue, leistungsstarke Powerbank an und auch für Hundebesitzer gibt es ein nützliches Gadget.
Erinnert im Design an eine Mundharmonika: Die Dockingstation HyperDrive von Sanho Corporation ist für den Einsatz am MacBook Pro konzipiert. Sie soll ab Februar zu haben sein. Foto: Hyper by Sanho Corporation Outdoor-Funksteckdose und vielseitiges MacBook-Dock Apple-Notebooks bieten immer weniger Anschlüsse. Doch es gibt Abhilfe: Das Hyper Drive gleicht sich perfekt an Macbooks an und ist mit zahlreichen Ports versehen. Wer lieber durch die Linse schaut, bekommt bei Sonys neuer Kompaktkamera einen starken Zoom geboten.
Huawei hat in Berlin die neuen Matekooks vorgestellt. Die Besonderheit beim «Matebook E»: Der Deckel lässt sich als Ständer nutzen. Foto: Renate Grimming/dpa Huaweis Matebook: Über drei Pins mit Tastatur verbinden Convertibles haben Konjunktur. Darunter versteht man Geräte, die User als Tablets und als Notebooks verwenden können. Ein neues Modell hat jetzt der chinesische Elektronikhersteller Huawei präsentiert.
Computer entsperren ohne Passwort: Mit einer gekoppelten Apple Watch können sich Nutzer von macOS Sierra ab Herbst einfach anmelden, indem sie die Uhr in die Nähe des Computers halten. Foto: Andrea Warnecke Siri an Bord: Neues macOS Sierra im ersten Praxistest Nach 18 Jahren gibt Apple das «X» im Namen seines Betriebssystems für Desktoprechner auf. Mit dem neuen macOS Sierra rücken Mac, iPhone und iPad noch dichter zusammen - nicht nur, weil künftig Siri nun auch auf dem Mac das System steuern und Fragen beantworten kann.