Helgoland stellt erstes eBörteboot vor

01.08.2019
Tradition, die die Natur schont: Die Insel Helgoland bekommt in Kürze ihr erstes Börteboot mit Elektromotor. Für die Zukunft der geschrumpften Börteboot-Flotte hat die Gemeinde genaue Vorstellungen.
Das Börteboot «Pirat» mit neuem Elektroantrieb liegt neben der Bootswerft Hatecke in Freiburg an der Elbe. Rainer Hatecke/dpa Foto: Rainer Hatecke
Das Börteboot «Pirat» mit neuem Elektroantrieb liegt neben der Bootswerft Hatecke in Freiburg an der Elbe. Rainer Hatecke/dpa Foto: Rainer Hatecke

Helgoland (dpa) - Ohne Dieselgeruch und leise: Die Gemeinde Helgoland stellt am 10. August ihr erstes Börteboot mit Elektroantrieb vor. Der 1962 gebaute «Pirat» wurde nach Angaben der Gemeinde in einer Werft im niedersächsischen Freiburg an der Elbe für rund 80.000 Euro umgerüstet und saniert.

Statt des alten Dieselmotors hat das Boot nun einen Elektromotor mit Lithium-Ionen-Batterien. «Unsere Börteboote sind seit Jahrhunderten Tradition auf Helgoland», sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer (parteilos). «Mit der Installation eines Elektroantriebs führen wir diese Tradition in die Zukunft.» Das eBörteboot setze ein Signal für aktiven Klimaschutz.

Die Touristen werden vor allem einen Unterschied merken: Das Boot gleite nun leise durch das Wasser, berichtete Rainer Hatecke. Er leitet die Werft, die das Boot umbaute, und ist zugleich Vorsitzender des Vereins zum Erhalt Helgoländer Börteboote. Das eBörteboot wird während der 65. Auflage der Börtebootregatta an der Helgoländer Landungsbrücke präsentiert. Das sei das erste aber sicher nicht das letzte Börteboot mit e-Antrieb, sagte Singer. Eine Entscheidung, wie es weitergehe, solle im Herbst fallen.

Die maritime Tradition der Helgoländer Dampferbörte gehört seit Dezember vergangenen Jahres zum immateriellen KulturerbeDeutschlands. Die Boote verkehren zwischen Deutschlands einziger Hochseeinsel und den Touristenschiffen, die vor Helgoland liegen und nicht auf der Insel anlegen. Die Flotte der zehn Meter langen Eichenboote ist laut Gemeinde geschrumpft, weil neue Passagierschiffe zunehmend im Hafen festmachen. Heute seien lediglich noch elf Börteboote im Einsatz.

Singer und Hatecke sehen die Zukunft der Börteboote-Flotte in emissionsfreien Fahrzeugen für Inseltouren, Naturbeobachtung und Personenverkehr zwischen Helgoland und auf Reede liegenden Bäderschiffen, wie die Gemeinde mitteilte.

Verein zum Erhalt Helgoländer Börteboote

Informationen der Unesco zur Dampferbörte


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Nordseeinseln und St. Peter-Ording bleiben zu Christi Himmelfahrt und am darauf folgenden Wochenende sowie Pfingsten für Tagesgäste gesperrt. Foto: Volker Bartels/dpa Nordseeinseln für Tagestouristen weiter gesperrt Mit der Lockerung der Corona-Beschränkungen wird auch so mancher Kurztrip an Nord- und Ostsee wieder möglich. An Christi Himmelfahrt und Pfingsten gibt es allerdings Ausnahmen. Auf den Nordseeinseln und in St. Peter-Ording sind Tagesgäste an den langen Wochenenden tabu.
Auf dem Dach einer Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen soll eine Skipiste entstehen. Foto: Christian Charisius/dpa Tipps für Urlauber: Skipiste und neuer Baumkronenpfad Kopenhagen ist nicht gerade als Wintersportort bekannt. Trotzdem kann man bald in der dänischen Hauptstadt Skifahren. Wer keinen Schnee mag, aber trotzdem hoch hinaus will, der kann es auch mit dem Baumkronenpfad in der Mecklenburgischen Seenplatte versuchen.
Der Weststrand auf der Ostsee-Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ist einer der schönste Strände Europas. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Zehn Traumstrände an Nord- und Ostsee Schön ist es am Meer nur auf Sardinien oder Sansibar? Von wegen! Nordsee und Ostsee haben so manchen traumhaften Strand zu bieten. Zehn Reisetipps für Sandläufer und Wellenhüpfer.
Dicke Pötte gucken von der Ausflugsterrasse: Das bietet das «Schulauer Fährhaus» an der Elbe in Wedel. Foto: Steffen Hamer An Wedel zieht die Ferne vorbei Ein paar Seemeilen vor dem Hamburger Hafen in Wedel zieht die große weite Welt vorbei. Beim «Schulauer Fährhaus» mit seinem Anleger Willkomm-Höft werden seit 60 Jahren Schiffe aus aller Welt feierlich begrüßt. Das Schauspiel ist auch ein Lehrstück in Globalisierung.