Fehlanwendung von Zeckenmittel kann Katzen töten

09.04.2021
Es soll Haustiere vor Zecken schützen, damit diese nicht die Babesiose übertragen, die die roten Blutkörperchen zerstört. Doch das Zeckenmittel kann bei falscher Anwendung Katzen vergiften.
Katzen fehlt ein spezifisches Enzym, um den Antizeckenwirkstoff Permethrin im Körper umzuwandeln. Es können schwere Vergiftungserscheinungen auftreten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn
Katzen fehlt ein spezifisches Enzym, um den Antizeckenwirkstoff Permethrin im Körper umzuwandeln. Es können schwere Vergiftungserscheinungen auftreten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Zum Schutz vor der sich rapide ausbreitenden Auwaldzecke, auch als Buntzecke bekannt, greifen viele Tierhalter auf Arzneimittel mit dem Wirkstoff Permethrin zurück. Doch dies ist für manche Tiere nicht ungefährlich, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Während Hunde die Mittel gut vertragen, können bei Katzen schwere Vergiftungen auftreten, die sogar tödlich enden können.

Permethrin wird seit langem erfolgreich bei einigen Haustieren gegen Ektoparasiten wie Flöhe und Zecken eingesetzt. Das Mittel konnte lange Jahre nur nach eingehender Beratung über den Tierarzt bezogen werden, ist inzwischen aber auch online erhältlich - ganz ohne Beratung.

Katzen fehlt Enzym zur Wirkstoffumwandlung

Vor diesem Hintergrund sollten Tierhalter jedoch die Risiken einer Fehlanwendung bei Katzen beachten. Weil denen ein spezifisches Enzym fehlt, um Permethrin im Körper umzuwandeln, können bei ihnen schwere Vergiftungserscheinungen auftreten, die auch zum Tode führen können.

Die Hauptsymptome einer Permethrinvergiftung bei Katzen sind: Krämpfe, Lähmungserscheinungen, erhöhter Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Atembeschwerden. Treten diese Symptome nach einem unbeabsichtigten Kontakt der Katze mit Permethrin auf, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Die Auwald- bzw. Buntzecke ist Überträger der Babesiose, die zu hohem Fieber und zur Zerstörung der roten Blutkörperchen führen kann, was ebenfalls tödlich enden kann.

© dpa-infocom, dpa:210409-99-140277/2

Flyer des Bundesamts zur Bekämpfung von Zecken, Flöhen, Läusen und Co.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer seine Katze vor Zecken und Flöhen schützen will, sollte darauf achten, dass das Präparat kein Permethrin enthält. Foto: Silvia Marks Zeckenschutz mit Permethrin kann für Katzen tödlich sein Das sogenannte Permethrin-Spray ist für Mensch und Hund ein wirksamer Zeckenschutz, doch für Katzen ein tödliches Gift. Worauf Halter daher achten sollten:
Hunde und Katzen müssen ab sofort gegen Zecken geschützt werden. Dabei sollten Halter nur Präparate verwenden, die speziell für die jeweilige Tierart zugelassen sind. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn Jetzt an Zeckenschutz für Hunde und Katzen denken Hunde und Katzen lieben es, im Freien herumzustromern. Sobald es wärmer wird, lauern dort aber auch Zecken. Halter sollten deshalb entsprechend vorbeugen.
Ab dem Frühjahr müssen Hundehalter wieder mit Zecken rechnen. Spezielle Präparate schützen das Tier vor den Parasiten. Foto: Jens Wolf Haustiere jetzt vor Zeckenbissen schützen Mit dem Frühjahr beginnt die Zeckensaison. Trägt Hund oder Katze die Parasiten ins Haus, kann dies auch für den Menschen gefährlich werden. Doch so weit muss es nicht kommen. Die Zecken lassen sich von den Tieren fernhalten.
Mit einer Pinzette kann man die Zecke aus dem Fell des Tieres vorsichtig herausziehen. Dabei sollte die Zecke nicht gequetscht werden, da der Parasit sonst Erreger in die Bisswunde abgibt. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Zecken im Fell: Das sollten Tierhalter tun Eine Runde durchs hohe Gras - und schon hat sich eine Zecke im Hundeohr verbissen. Die fällt schon von alleine ab? So lange sollten Halter auf keinen Fall warten.