Billig-Elektronik im Netz meiden

16.01.2020
Im Netz boomen «China-Portale» für Elektro-Schnäppchen. Da die Seiten oft auf Deutsch sind, wissen Verbraucher teils gar nicht, wo sie bestellen - und rechnen auch nicht mit den möglichen Problemen.
Die Vorfreude ist groß: Was dann aber tatsächlich in dem Fernost-Direkt-Paket steckt und wie sicher das Produkt ist, steht oft in den Sternen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Die Vorfreude ist groß: Was dann aber tatsächlich in dem Fernost-Direkt-Paket steckt und wie sicher das Produkt ist, steht oft in den Sternen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Bonn (dpa/tmn) - Immer mehr Geräte und Produkte werden per Post direkt aus Fernost verschickt. Damit nehmen auch die Probleme zu, weil viele dieser Waren unsicher sind oder ihr Betrieb hierzulande sogar verboten ist.

Insbesondere bei Waren mit sehr niedrigen Preisen, die online angeboten und direkt aus Drittstaaten verschickt werden, sollten Verbraucher besonders kritisch sein, rät die Bundesnetzagentur.

CE-Kennzeichnung prüfen

Nach dem Auspacken sollte man bei elektronischen Geräten zwei Dingen besondere Aufmerksamkeit schenken: einer deutschsprachigen Bedienungsanleitung und der CE-Kennzeichnung.

Fehlt eines dieser Merkmale, ist das jeweilige Produkt der Bundesnetzagentur zufolge nicht für den europäischen Markt vorgesehen und kann ein Risiko für den Verbraucher darstellen. So ein Gerät nimmt man am besten gar nicht erst in Betrieb.

Die Bundesnetzagentur hat 2019 allein im Online-Handel den Verkauf von 3,5 Millionen unsicheren Produkten verboten, die Funkstörungen oder elektromagnetische Unverträglichkeiten verursachen und in der EU nicht vertrieben werden dürfen.

Unsichere Produkte verboten

Darunter waren viele Bluetooth-Lautsprecher und Mobilfunk- oder GPS-Störsender, deren Ver- und Betrieb in Europa nicht zulässig ist.

Zudem sei in Kooperation mit dem Zoll die Einfuhr von rund 0,4 Millionen nicht konformen Produkten nach Deutschland untersagt worden. Im Handel seien zudem 4,5 Millionen unsichere Produkte gesperrt worden, etwa sogenannte Wanzenfinder ohne CE-Kennzeichen oder ohne deutsche Bedienungsanleitung.

Bei weiteren 0,6 Millionen Produkten habe es etwa Vertriebsverbote gegeben - oder formale Mängel nicht konformer Produkte mussten behoben werden.

Mitteilung der Bundesnetzagentur


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Der Zoll prüft die Sendungen aus Fernost: Fehlt etwa die CE-Kennzeichnung, wird ein Produkt zurückgehalten. Foto: Daniel Bockwoldt «Gehirn anschalten» bei Technik-Schnäppchen aus Fernost Funkkopfhörer für 7 Euro, Tablet-PCs für 33 Euro oder Beamer für 50 Euro: Onlinehändler, die ihre Waren direkt aus den Herstellungsländern in Fernost verschicken, werben mit solchen Angeboten. Das klingt verlockend, aber es gibt Risiken.
Nicht immer ist das CE-Zeichen auf Elektrogeräten oder -zubehör echt. Bei einigen Waren wurden bereits gefälschte Kennzeichen entdeckt. Oft sind sie nicht mit dem Original identisch. Foto: Robert Günther/dpa-tmn So erkennt man gefälschte CE-Zeichen auf Billigelektronik Mit dem CE-Zeichen müssen Hersteller versichern, dass ihre Waren die EU-Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Manche Firma, die das nicht kann, lässt das Zeichen weg. Andere haben sich hingegen einen besonderen Trick ausgedacht.
Die Bundesnetzagentur zog 4 Millionen Bluetooth-Lautsprecher und fast 2,5 Millionen Smartwatches aus dem Verkehr. Grund sind deutliche Sicherheitsmängel. Foto: Ina Fassbender Netzagentur zieht Millionen Produkte aus dem Verkehr Ob Bluetooth-Lautsprecher, Smartwatches oder drahtlose Kopfhörer - bei Technikprodukten aus Fernost lässt sich so manches Schnäppchen machen. Allerdings landen immer mehr solcher Artikel wegen Sicherheitsmängeln auf dem Verbotsindex der Bundesnetzagentur.
Gratis loslegen, später Extras kaufen: So funktionieren immer mehr Online-Spiele. Foto: Patrick Pleul Kostenfalle Handy-Spiel: So umgehen Eltern teure Rechnungen Kinder spielen gern - und im digitalen Zeitalter auch mit PC und Smartphone. Die sind manchmal tückisch. Denn für einige Spiele müssen Kinder tief ins Portemonnaie greifen - beziehungsweise in das ihrer Eltern. Ein Fall hat jetzt der Bundesgerichtshof verhandelt.