Besserungen nötig: Jugendtourismus in Mecklenburg-Vorpommern

18.04.2016
Der Kinder- und Jugendtourismus in Mecklenburg-Vorpommern kämpfte jahrelang mit Rückgängen. Erst 2015 gab es wieder ein kleines Plus bei den Übernachtungen. Muss mehr investiert werden? Der Zustand der 240 jugendtouristischen Einrichtungen ist jetzt analysiert worden.
Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern hat den Zustand der Kinder- und Jugendübernachtungsstätten im Bundesland untersuchen lassen: Es besteht einiger Verbesserungsbedarf. Foto: Stefan Sauer
Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern hat den Zustand der Kinder- und Jugendübernachtungsstätten im Bundesland untersuchen lassen: Es besteht einiger Verbesserungsbedarf. Foto: Stefan Sauer

Schwerin (dpa) - Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) stellte eine Studie zu den Jugendunterkünften seines Landes vor: Das Angebot sei vielfältig, aber es gebe Verbesserungsbedarf. Vor allem die Qualität, Zertifizierung und Vermarktung der Angebote seien dabei im Fokus.

Im Kinder- und Jugendtourimus zählte das Statistische Landesamt im vergangenen Jahr knapp 872 000 Übernachtungen. Das waren 0,5 Prozent mehr als im Jahr davor, wie das Wirtschaftsministerium unter Berufung auf das Amt mitteilte. Allerdings: Im Jahr 2011 waren 948 000 Übernachtungen gezählt worden. Bis 2014 gab es dann Rückgänge.

Die Linke sprach deshalb im vergangenen Jahr im Landtag von einer Krise des Kinder- und Jugendtourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Fraktionschef Helmut Holter forderte ein neues Strategiekonzept. Es müsse mehr Investitionszuschüsse für Übernachtungsstätten geben, die nicht Mitglied im Deutschen Jugendherbergswerk sind. Die rund 20 Jugendherbergen in dem Verband erhielten derzeit jährlich 218 000 Euro für Investitionen vom Sozialministerium, hatte Holter gesagt. Die anderen gingen bei dem Programm leer aus. Der Investitionsstau sei aber riesig. «Wir verlieren an Qualität», hatte Holter gewarnt.

Glawe kündigte damals im Landtag an, die Ausstattung und Qualität aller rund 240 jugendtouristischen Einrichtungen im Land analysieren zu wollen. Jetzt wurden die Ergebnisse präsentiert.


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