Bergwandern im Spätsommer und Herbst

10.08.2020
Der Sommer ist vorbei und die Bergsaison zu Ende? Mitnichten. Zum Herbst hin wird es noch mal richtig schön. Wanderer sollten bei der Tourenplanung aber an ein paar Dinge denken.
Goldener Herbst: In den Allgäuer Alpen zum Beispiel lassen sich auch im Oktober noch tolle Touren unternehmen. Foto: Stefan Puchner/dpa/dpa-tmn
Goldener Herbst: In den Allgäuer Alpen zum Beispiel lassen sich auch im Oktober noch tolle Touren unternehmen. Foto: Stefan Puchner/dpa/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - In diesem Sommer sind die Berge mancherorts wegen Corona noch voller als sonst. Im Spätsommer und Herbst wird es ruhiger - eine schöne Zeit, um in die Berge zu gehen.

«Der Trubel nimmt nach den Ferien ab, aber am Wochenende wird es weiterhin voll sein, weil der Herbst mittlerweile auch als klassische Wandersaison gilt», sagt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV). «Das Licht ist schöner, weil die Luft klarer ist.»

Wer im September oder noch im Oktober zu Bergwanderungen aufbricht, sollte jedoch ein paar Dinge beachten:

- Öffnungszeiten prüfen: Hoch gelegene Hütten jenseits der 2500 Meter, die oft Ausgangspunkte für Hochtouren sind, schließen in der Regel bereits Mitte September. Ausflugshütten in niederen Lagen haben teils bis Ende Oktober geöffnet. «Wanderer sollten sich vorab informieren», sagt Bucher. Im Zweifel bei der Hütte anrufen. Der DAV hält auf seiner Webseite auch eine Übersicht bereit.

- Mit Schneefall rechnen: Natürlich sollten Bergwanderer auch im Hochsommer für Schlechtwetter gewappnet sein. Mitte September könne es aber schon zu einem richtigen Wintereinbruch kommen, warnt Bucher. Und der einmal gefallene Schnee schmilzt wegen der niedrigeren Temperaturen nicht mehr so rasch ab wie im Sommer. «Da kann eine Wanderung heikel werden.» Höher gelegene Übergänge sind dann nicht mehr ohne deutlich höheres Risiko passierbar. Unbedingt den Wetterbericht prüfen. «Und einen warmen Pullover mehr einpacken.»

- Tourenplanung anpassen: Nicht nur die Schneeverhältnisse sollten Wanderer bedenken - auch die kürzeren Tage. Ende September ist es längst nicht mehr so lange hell wie im Juni und im Juli. «Das sollte man einrechnen, gerade wenn man längere Touren plant», sagt Bucher.

Doch die Spätsaison hat für Wanderer auch einen Wettervorteil: «Die Gewittergefahr nimmt ab», erklärt der Bergprofi.

© dpa-infocom, dpa:200810-99-115174/2

Übersicht mit Hüttenöffnungszeiten des DAV


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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