Wie werde ich Kauffrau/Kaufmann für Verkehrsservice

06.04.2020
Wie sieht die beste Verbindung für die nächste Reise aus? Und welches Ticket eignet sich am besten? Auf diese täglichen Fragen von Reisenden haben Kaufleute für Verkehrsservice die Antworten.
Unverkennbare Dienstkleidung: Sarah Thieme macht bei der Deutschen Bahn eine Ausbildung zur Kauffrau für Verkehrsservice. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Unverkennbare Dienstkleidung: Sarah Thieme macht bei der Deutschen Bahn eine Ausbildung zur Kauffrau für Verkehrsservice. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Frühmorgens startet Sarah Thieme am Berliner Ostbahnhof ihren Arbeitstag - in der in Blau und Rot gehaltenen Dienstkleidung ihres Arbeitgebers. Die 20-Jährige macht bei der Deutschen Bahn eine Ausbildung zur Kauffrau für Verkehrsservice.

Durch einen Fernsehwerbespot ist sie auf den Beruf aufmerksam geworden. Das verbindende Element des Reisens hat ihr gefallen, nun ist sie im zweiten Jahr ihrer kaufmännischen Ausbildung.

Dem Kunden mit Infos zur Seite stehen

«Wir sitzen in der Information und geben beispielsweise Auskünfte über Reiseverbindungen», erklärt die Auszubildende ihren Arbeitsalltag. Schwerpunktmäßig ist Thieme in der DB Information tätig. Sie darf während ihrer Ausbildung aber ebenso in andere Bereiche schnuppern, etwa die Kundenbetreuung am Bahnsteig oder die Informationsansagen im Bahnhof.

In der Regel hilft Thieme Bahn-Kunden bei ihren täglichen Fragen am Informationsschalter weiter: Wie komme ich von A nach B? Ist mein Ticket gültig? Welche alternativen Verbindungen bieten sich an? Zum Teil sind Kaufleute für Verkehrsservice in den Zügen tätig und begleiten die Fahrten.

In der Berufsschule stehen Fächer wie Englisch, Rechnungswesen und das Bahnrecht auf dem Stundenplan. Ein weiteres Hauptfach ist Service und Verkauf. «Und das Geographische spielt eine Rolle», erzählt die Auszubildende. Dann geht es etwa darum, welche Städte welche Sehenswürdigkeiten zu bieten haben.

Humor ist gefragt, auch früh am Morgen

Wer bereits redegewandt ist, hat zum Anfang der Ausbildung einen Vorteil, findet Kerstin Kupfer, HR-Partnerin bei der DB Station & Service AG. «Natürlich lernt man den Umgang mit den Reisenden aber während der Ausbildung.» Daneben darf in diesem Job Hilfsbereitschaft nicht fehlen, schließlich geht es darum, Fahrgäste kompetent zu ihrer geplanten Reise zu beraten.

Im Arbeitsalltag sei eine hohe Belastungsgrenze wichtig, um die herausfordernden Momente zu meistern, findet Thieme. «Man sollte einiges mit Humor nehmen können», so die 20-Jährige.

Eine mögliche Herausforderung kann für die Auszubildenden anfänglich auch der neue Tagesrhythmus sein, erklärt Kerstin Kupfer. Der Frühdienst beginnt nämlich bereits um 6.00 Uhr.

Rund 1000 Euro im ersten Ausbildungsjahr

Aber ersetzen nicht bald digitale Angebote die Kaufleute? Sarah Thieme merkt davon noch nichts. «Es kommen sehr viele mit ihren Problemen und Fragen weiterhin zu uns. Und das betrifft Junge und Ältere gleichermaßen.» 

Bei der Deutschen Bahn verdienen angehende Kaufleute für Verkehrsservice je nach Ausbildungsjahr zwischen rund 1000 und 1200 Euro brutto im Monat. Auch bei kommunalen Arbeitgebern sieht die Vergütung laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit zufolge ähnlich aus.

Neben der Deutschen Bahn können Interessierte die Ausbildung nämlich auch bei anderen Verkehrsunternehmen absolvieren. Dazu gehören zum Beispiel Schifffahrts- oder Reisebusunternehmen oder eben die Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs.

Karriereoptionen in Tourismus und Verkehr

Nach der Ausbildung stehen den Kaufleuten verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten offen. «So ist eine Weiterqualifizierung bei der DB unter anderem zum Verkehrsfachwirt möglich», erklärt DB-Personalexpertin Kerstin Kupfer. Je nach Schwerpunkt ist auch eine Weiterqualifizierung zum Touristikfachwirt ein sinnvoller nächster Karriereschritt.

Wer das Abitur hat, kann an die Ausbildung ein Studium anschließen. Hier bieten sich etwa als Fächer Verkehrsbetriebswirtschaft oder Tourismusmanagement an.

Berufsbild beim BMWI

Beurfsbild bei Berufenet


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN

Passende Anbieter

Das könnte Sie auch interessieren
Auf dem Rollfeld kümmert sich Luftverkehrskaufmann Fabian Preuschoff zum Beispiel um die Abfertigung gelandeter Maschinen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn Wie werde ich Luftverkehrskaufmann/-frau? Luftverkehrskaufleute lernen in ihrer Ausbildung fast alle Facetten des Flugbetriebs kennen. Das ist spannend und abwechslungsreich, aber auch hart. Denn auch bei Wind und Wetter und am Wochenende müssen Azubis manchmal raus aufs Rollfeld.
Millionen Menschen in Deutschland legen teils weite Strecken zum Arbeitsplatz zurück. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa Wenn es bis zur Lehrstelle 174 Kilometer sind Vielen Betrieben fehlen Auszubildende. Für Nachwuchs müssen Unternehmen kreativ werden. Auch damit die Azubis überhaupt logistisch zur Arbeitsstelle kommen können.
Übernahme gewünscht: Nach dem Ende seiner Ausbildung will Paul Hintze zunächst weiter bei seinem Ausbildungsbetrieb, einer HEM Tankstelle im brandenburgischen Schöneiche, arbeiten. Foto: Robert Günther Wie werde ich Tankstellen-Azubi? Einst waren viele Tankstellen auch Werkstätten - heute sind sie eher kleine Supermärkte. Das ändert auch die Arbeit: Den Tankwart, der auch am Auto herumschrauben kann, gibt es kaum noch. Ein Comeback ist jedoch nicht ganz ausgeschlossen.
Die Digitalisierung der Ausbildungswelt schreitet voran. Lehr- und Lernmethoden müssen sich stetig anpassen. Foto: Sebastian Gollnow Neue Wege zur digitalen Ausbildung Auch die Berufsausbildung bleibt vom digitalen Wandel nicht unberührt. In diesem Jahr kann man sich erstmals zum Online-Händler ausbilden lassen. Experten wünschen sich mehr Mut zur Veränderung.