Kinder nehmen Giftstoffe durch Umwelt und Produkte auf

28.10.2020
Wie stark leidet die Gesundheit von Kindern unter Umweltgiften? Forscher haben nun das Blut von Drei- bis 17-Jährigen untersucht und kommen zu einem ernüchternden Ergebnis.
Eine Studie warnt vor der Belastung durch Umweltgifte: Viele Kinder nehmen durch Atemluft, Wasser, Nahrungsmittel, Spielzeug oder Kleidung schädliche Substanzen auf. Foto: Friso Gentsch/dpa
Eine Studie warnt vor der Belastung durch Umweltgifte: Viele Kinder nehmen durch Atemluft, Wasser, Nahrungsmittel, Spielzeug oder Kleidung schädliche Substanzen auf. Foto: Friso Gentsch/dpa

Osnabrück (dpa) - Kinder nehmen nach einer Studie des Kinderhilfswerks terre des hommes zahlreiche Giftstoffe durch die Atemluft, Wasser, Nahrungsmittel und Produkte wie Spielzeug oder Kleidung auf.

«In Deutschland haben 97 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen Substanzen im Blut, die aus Plastik stammen», heißt es in der Kurzfassung der Studie «Die stille Pandemie - Umweltgifte schädigen Kinder», die der ehemalige Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, Baskut Tuncat, verfasst hat. Terre des hommes hat das Papier am Mittwoch (28. Oktober) zum Start der internationalen Kampagne «my planet - my rights» («mein Planet - meine Rechte») in Osnabrück vorgestellt. Die Studie fasst verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zusammen.

Die Organisation fordert, dass das Recht der Kinder auf eine gesunde Umwelt in einem Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention verankert wird. «Damit wären alle Unterzeichnerstaaten verpflichtet, ihre Politik stärker auf das Kindeswohl auszurichten», sagte Vorstandssprecherin Birte Kötter. «Das wäre ein Meilenstein für die Lebenschancen zukünftiger Generationen.»

Dem Kinderhilfswerk zufolge habe die weltweite Umweltzerstörung dazu geführt, dass Babys überall auf der Welt mit Giftstoffen im Körper zur Welt kommen. Auch die Luftverschmutzung sei für die Kleinsten besonders schlimm. «Kinder erleben, wie die Zerstörung von Weltklima und Ökosystemen ihre Zukunftschancen ruiniert», sagte Kötter. «Das können wir nicht länger hinnehmen.»

© dpa-infocom, dpa:201028-99-115517/3

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Verfasser: dpa-infocom GmbH

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