Monochrom ist alles andere als eintönig

06.08.2019
Das Wort eintönig steht oft für langweilig. In der Mode ist aber gerade das eintönige Outfit im Herbst und Winter im Trend - denn gut gemacht, ist es wahnsinnig stilvoll.
Perfekt auf das Kleid abgestimmte Stiefel: Bei einem monochromen Outfit passen alle Elemente farblich zusammen - wie bei diesem Beispiel von Heine (Kleid ca. 50 Euro, Stiefel ca. 180 Euro). Foto: Heine
Perfekt auf das Kleid abgestimmte Stiefel: Bei einem monochromen Outfit passen alle Elemente farblich zusammen - wie bei diesem Beispiel von Heine (Kleid ca. 50 Euro, Stiefel ca. 180 Euro). Foto: Heine

Wörrstadt (dpa/tmn) - Starke Töne wie Apfelgrün, gebranntes Orange oder leuchtendes Pink liegen in dieser Modesaison im Trend. Da Kleidungsstücke in diesen Farben nichts weiter brauchen, um aufzufallen, als sich selbst, bleibt es genau dabei.

Sie werden mit Kleidungsstücken in der gleichen Farbe kombiniert. Man spricht hierbei von monochromen Looks.

Das Adjektiv «monochrom» kommt aus dem Griechischen und bedeutet schlicht einfarbig. Die wohl bekannteste Stilikone, die gern monochrome Outfits zusammenstellte und trug, war die US-Präsidenten-Witwe Jackie Kennedy. Sogar ihr typischer Pillbox-Hut war im gleichen Ton gehalten.

Ein Understatement-Thema

«Auch wenn ein monochromes Outfit sehr auffallend wirkt, ist es im Prinzip ein Understatement-Thema», findet Stilberaterin Andrea Dahms aus Wörrstadt (Rheinland-Pfalz). «Vor allem aber zeigt es, dass man mit Trends reflektiert umgeht.» Und die Stylistin Valeriya Licht aus Berlin ergänzt: «Wer sich in einer Farbe kleidet, wirkt schlanker und auch größer, weil monochrom streckt.»

Gerade Schwarz ist eine beliebte Farbe für das monochrome Outfit - und «mittlerweile bereits zu einem Markenzeichen für Kreative geworden», ergänzt Dahms. Ab Herbst 2019 kommen noch viele weitere Farben dazu. Man sieht zum Beispiel Hosenanzüge in strahlendem Royalblau, Rot oder Orange sowie Kleider und Stiefel in perfekt abgestimmtem Rosa.

Allerdings: Nicht alle dieser Knallfarben passen auch zu jeder Gelegenheit, findet Stylistin Licht. «Sie sind zwar angesagt, aber nicht im Berufsleben.» Und die Stilberaterin Dahms betont, dass es immer abhängig sei vom Typ, ob eine Farbe jemanden wirklich stehe. «Daher sollte man Töne wählen, die zur eigenen Persönlichkeit genauso passen wie zum Hauttyp und den Haaren.»

Bei wem das mit leuchtenden Tönen nicht der Fall ist oder wer damit nicht so auffallen möchte, dem empfiehlt Mielke einen zarten Fliederton. Die Alternative dazu ist Pfirsich, Stilberaterin Dahms rät noch zu Beige.

Abstufungen bereichern den Look

Der Look baut sich aus mehreren Teilen in der exakt gleichen Farbe oder in verschiedenen Abstufungen davon auf. Imageberaterin Brünhild Mielke aus Zwickau rät zu letzterem, da der monochrome Look durch die Abstufungen besonders gekonnt wirke. «Darüber hinaus sollte man bei diesem Look auch mit unterschiedlichen Strukturen spielen: glatte Stoffe zu grobem Strick oder Leder zu Seide. Das gibt dem Outfit mehr Tiefe», empfiehlt die Stylistin Licht.

Auch der bewusste Stilbruch innerhalb eines Outfits gibt dem monochromen Look etwas Spannendes. Das gelingt zum Beispiel durch die Kombination von einem edlen Oberteil mit einer Hose aus dem sportlichen Bereich. «Solche Stil- und Materialbrüche lockern den Monochrom-Look auf», erklärt Licht.

Accessoires, die sich abheben

Accessoires können diese Rolle aber auch übernehmen. «Hier darf man dann ganz bewusst zu einer Kontrastfarbe greifen», findet Mielke. «Ein gutes Beispiel dafür ist Schwarz, was sich toll mit Knallrot oder einer anderen leuchtenden Nuance kombinieren lässt.» Es reicht aber oft schon ein schmaler Gürtel oder ein Schuh in der Kontrastfarbe - nichts Großes also, um dem monochromen Look den letzten Schliff zu verpassen.

Alle drei Stilberaterinnen raten übrigens dazu, sich mit der Farbwelt, die man tragen möchte, zu beschäftigen. «Nicht nur, weil die Farben die Persönlichkeit unterstreichen sollen, sondern auch, weil jeder Mensch mit bestimmten Farben auch ein Empfinden verbindet», erklärt Mielke.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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