Ein Jahr «Grüner Knopf»: Verantwortungsvoll Kleidung kaufen

09.09.2020
Der Grüne Knopf soll Verbrauchern signalisieren, dass Textilien sozial und ökologisch gerecht hergestellt wurden. Vor einem Jahr wurde das staatliche Siegel eingeführt. Wie groß ist heute die Verbreitung?
Bei Textilien mit dem «Grünen Knopf» werden soziale und ökologische Mindeststandards eingehalten. Foto: Jonas Klüter/dpa
Bei Textilien mit dem «Grünen Knopf» werden soziale und ökologische Mindeststandards eingehalten. Foto: Jonas Klüter/dpa

Berlin (dpa) - Ein Jahr nach der Einführung des Textilsiegels «Grüner Knopf» beteiligen sich 52 Unternehmen an dem Markenzeichen für sozial und ökologisch nachhaltig hergestellte Textilien.

Allein im wirtschaftlich schweren ersten Halbjahr 2020 seien so mehr als 50 Millionen Artikel mit dem Grünen Knopf verkauft worden, darunter 35 Millionen Kleidungsstücke, teilte das Entwicklungsministerium mit. Das entspreche hochgerechnet einem Marktanteil zwischen 1,5 und 3 Prozent.

Der Grüne Knopf sei ein «Zeichen für Verantwortung», sagte Entwicklungsminister Gerd Müller dazu. Am 9. September vergangenen Jahres war das staatliche Siegel offiziell an den Start gegangen.

«Wir brauchen einen grundlegenden Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit in globalen Lieferketten. Denn am Anfang vieler unserer Produkte stehen Menschen, die bislang kaum von ihrer Arbeit leben können», erklärte Müller. «Noch immer müssen 75 Millionen Kinder weltweit unter ausbeuterischen Bedingungen schuften - auch für unsere Produkte. Immer mehr Kunden wollen das nicht länger hinnehmen und fordern, dass in der Produktion grundlegende Mindeststandards eingehalten werden.» Der Grüne Knopf sei damit auch «eine Blaupause» für ein branchenübergreifendes Lieferkettengesetz. «Denn das Siegel zeigt: Es geht. Selbst kleine Start Ups schaffen das», so Müller.

© dpa-infocom, dpa:200909-99-488632/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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