Drei Wege zur umweltbewussteren Mode

10.07.2018
Viele haben den den Vorsatz, die Umwelt zu schonen. Doch wenn es um Mode geht, hört der gute Wille oft auf. Das muss nicht sein. Der Naturschutzbund (Nabu) gibt Tipps, wie man nachhaltig mit Kleidung umgeht.
Shoppen im Second-Hand-Laden: Der Umwelt zuliebe sollte man weniger auf Neuware, sondern auf gebrauchte Kleidung setzen. Foto: Franziska Gabbert
Shoppen im Second-Hand-Laden: Der Umwelt zuliebe sollte man weniger auf Neuware, sondern auf gebrauchte Kleidung setzen. Foto: Franziska Gabbert

Berlin (dpa/tmn) - Heute gekauft, morgen schon out: Die Mode wandelt sich rasend schnell. Wer mitmacht, verbraucht viele Ressourcen. Wer dem entgegenwirken will, sollte drei Wege einschlagen: Weniger auf Neuware und mehr auf gebrauchte Kleidung setzen.

Beim Neukauf auf die richtigen Textilien achten. Und Kleidung, die er nicht mehr will, weitergeben. Dazu rät der Naturschutzbund Deutschland (Nabu):

- Lange nutzen: Statt immer wieder neue Kleidung zu kaufen, ist es nachhaltiger, Kleidung gut zu pflegen und lange zu tragen. Ist sie kaputt, sollte man sie reparieren. Und: Am besten auch Stücke aus zweiter Hand kaufen - also aus Secondhand-Läden, von Flohmärkten oder Kleidertausch-Partys.

- Richtige Auswahl: So mancher Stoff wird chemisch behandelt. Zum Beispiel wird laut Nabu konventionelle Baumwolle Pestiziden und krebserregenden Chemikalien, Farbstoffen, Weichmachern, Bleichmitteln und Schwermetallen ausgesetzt. Das schadet der Umwelt. Statt daher etwa auf chemisch behandelte Holzfasern wie Tencel und Viskose sowie Chemiefasern wie Polyester, aber auch Leder und der erwähnten Baumwolle zu setzen, kann man zum Beispiel Wollprodukte wählen, die aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen. Und bei Baumwolle auf Bioqualität achten, bei Leder auf das IVN-Naturleder-Label.

- Recycling: Der Nabu verweist auf Zahlen des Instituts für Abfallwirtschaft und Altlasten der Technischen Universität Dresden, wonach geschätzt 19 Prozent der ausrangierten Textilien im Restmüll statt in Kleidersammlungen landen. Andere Studien gingen von höheren Zahlen aus.

Die Umweltexperten des Nabu empfehlen, Textilien fast immer zu recyceln. Bei den Abgabestationen achten Bürger auf das Label FairWertung, einem Netzwerk von gemeinnützigen Organisationen, oder das Qualitätssiegel des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse). Einzige Ausnahmen: Altkleider kommen in die schwarze Tonne, wenn diese stark mit Chemikalien verschmutzt sind. Und Verschlissenes sollte über den Wertstoffhof entsorgt werden.

Tipps zu nachhaltiger Mode des Nabu


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wohin mit abgetragener Kleidung? Foto: Oliver Berg Was sollte ich in den Altkleider-Container geben? Kleiderspenden sollten ursprünglich etwas Gutes bewirken. Inzwischen sind jedoch viel zu viele Stücke schlechter Qualität in Umlauf. Was sollten Verbraucher in Deutschland mit ihren Altkleidern machen?
Verbraucher werden es gerne hören: Ketten wie Tchibo sind auf einem guten Weg, ihre Kleidung giftfrei zu produzieren. Foto: Andreas Gebert/dpa Weniger giftige Chemikalien in Kleidung von Handelsketten Große Händler in Deutschland wollen bis 2020 auf Kleidung verzichten, die mit schädlichen Chemikalien produziert wurden. Nun bescheinigt ihnen Greenpeace Fortschritte. Doch die Umweltschützer sehen auch noch einige Mängel.
Das Label GOTS (Global Organic Textile Standard) gehört zu den Öko-Textilsiegeln, die Greenpeace als verlässlich bewertet. Foto: Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft Greenpeace stellt neuen Einkaufsratgeber für Öko-Mode vor Viele Menschen legen wert darauf, dass ihre Kleidung ökologisch hergestellt wird. Aber sind die Textilien, auf denen «öko» drauf steht, wirklich umweltfreundlich? Um eine bessere Übersicht zu bekommen, bringt Greenpeace einen neuen Einkaufsratgeber heraus.
Mit Mehrwegbechern für Kaffee und Co. lässt sich Geld sparen: Manche Cafés geben Kunden, die einen eigenen Becher zum Auffüllen mitbringen, Rabatt. Foto: Andrea Warnecke Was einen guten Mehrwegbecher ausmacht Immer mehr Menschen trinken ihren Kaffee unterwegs aus eigenen Mehrwegbechern. Doch wer sich und die Umwelt schonen möchte, sollte dabei auf das richtige Material achten.