Bei Bagatellschäden reicht Zettel am Scheibenwischer nicht

10.08.2018
Kleine Delle oder Seitenspiegel ab: Noch viel zu viele Autofahrer denken, bei Bagatellschäden würde ein Zettel am Scheibenwischer des geschädigten Autos reichen. Weit gefehlt.
Auch bei Bagatellschäden reicht es nicht, einen Zettel mit den Kontaktdaten zu hinterlassen. Foto: Martin Gerten
Auch bei Bagatellschäden reicht es nicht, einen Zettel mit den Kontaktdaten zu hinterlassen. Foto: Martin Gerten

München (dpa/tmn) - Bei Bagatellschäden reicht es, einen Zettel an der Windschutzscheibe zu hinterlassen? Das denkt irrtümlicherweise fast jeder vierte Autofahrer.

So würden 23 Prozent im Fall eines abgefahrenen Seitenspiegels eine Nachricht mit der eigenen Adresse am Scheibenwischer des geschädigten Fahrzeugs anbringen und dann weiterfahren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact. Damit begehen Fahrer unter Umständen aber eine Straftat - sie riskieren eine Anzeige wegen Unfallflucht.

Denn es handelt sich um eine unerlaubte Entfernung vom Unfallort. Besser: Entweder die Polizei anrufen oder auf den Besitzer des Autos warten. Das machen laut der Umfrage immerhin 44 Prozent.

Im Auftrag des Internetportals AutoScout24 wurden im Juni 2018 rund 1000 Autohalter im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Kleine Parkrempler können passieren und sind ärgerlich. Doch danach einfach abzuhauen, kann selbst bei kleinsten Schäden als Fahrerflucht gewertet werden. Foto: Christin Klose Bagatellschäden richtig abwickeln Eine kleine Unachtsamkeit, die Tür ein Stück zu weit geöffnet, und schon hat man beim Auto nebenan den Lack beschädigt. Eine Bagatelle? Nein, denn auch solche kleinen Schäden können viel Ärger bedeuten und müssen korrekt abgewickelt werden - aber wie geht das?
Das Landgericht Düsseldorf urteilte gegen die Autofahrerin. Foto: Marius Becker Schuldfähig nach Fahrerflucht trotz 3,27 Promille Eine Autofahrerin verursacht einen Unfall - mit 3,27 Promille im Blut. Sie flüchtet, wird aber später gestellt. Vor Gericht geht es schließlich um Regressansprüche der Versicherung. Die Frau plädiert wegen des Alkoholwerts auf Schuldunfähigkeit - zu Recht?
Nach einem Unfall ist nicht zwingendermaßen gleich die Polizei zu rufen. Etwa wenn leichtere Verletzungen bestehen. Foto: Friso Gentsch/dpa-tmn Polizeiruf nach einem Verkehrsunfall nicht immer Pflicht Nach einem Unfall nicht sofort die Polizei zu informieren geht nicht gleich mit unterlassener Hilfeleistung einher. Ein Polizeiruf hängt teilweise von den Verletzungen der Unfallbeteiligten ab, aber auch von einigen anderen Faktoren.
Die Konsequenzen für Fahrerflucht sind groß. Anders sieht die Sache bei Unfällen auf Betriebsgeländen aus. Foto: Patrick Seeger/dpa Fahrerflucht auf Betriebsgelände nicht strafbar Die Unfallflucht kann in Deutschland mit einer Haftstraße von bis zu drei Jahren bestraft werden. Dazu muss der Vorfall jedoch innerhalb des öffentlichen Verkehrsraumes stattgefunden haben. Abgesperrte Betriebsgelände bilden mitunter eine Ausnahme davon.