Sparplan hilft bei antizyklischer Geldanlage

07.07.2020
Regelmäßig Geld beiseite zu legen, hilft dabei langfristig ein Vermögen auszubauen. Die Sparrate muss dabei nicht einmal besonders hoch sein. Wichtig ist nur, dass der Sparplan lange läuft.
Mit einem Sparplan können Anleger langfristig Vermögen aufbauen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
Mit einem Sparplan können Anleger langfristig Vermögen aufbauen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Sparpläne sind eine einfache Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen. Schon ab 25 Euro monatlich können Anleger Anteile an Fonds und ETF kaufen. Dazu müssen sie nur die Sparrate festlegen, heißt es in dem neuen Ratgeber «Geldanlage für Anfänger» der Stiftung Warentest.

Die Bank kauft für diese Rate jeweils Anteile, die dann in das Depot der Sparer gebucht werden.

Der Vorteil von Sparplänen: Sie haben keine feste Laufzeit und sind flexibel. Nach einer Gehaltserhöhung kann die monatliche Rate zum Beispiel angehoben werden. Ist das Geld mal knapp, kann sie auch gesenkt oder ausgesetzt werden. Ein weiterer Vorteil: Durch die feste Sparrate kaufen Anleger bei sinkenden Kursen mehr Fondsanteile als bei steigenden Kursen. Sie verhalten sich automatisch antizyklisch.

Risikoprofil muss stimmen

Je nach Risikoneigung können Anleger ihre Sparrate aufteilen: Ein Teil fließt in einen sicheren Baustein, zum Beispiel ein Renten-ETF oder auch auf ein Tagesgeldkonto. Der andere Teil wird in einen Aktien-ETF investiert. Wichtig dabei: Die einmal festgelegte Aufteilung zwischen dem Sicherheitsbaustein und dem Aktienbaustein sollte immer wieder angepasst werden. Andernfalls kann Risiko im Depot im Laufe der Zeit zunehmen, wenn zum Beispiel der Aktienanteil überproportional wächst.

Die Anpassung - auch Rebalancing genannt - ist einfach. Ein Beispiel: Ein Anleger hat sich für eine Aufteilung von 50 Prozent Sicherheit und 50 Prozent Aktien entschieden. Wächst der Aktienanteil nun auf 60 Prozent, können die Zahlungen in den Aktien-ETF zum Beispiel in den Sicherheitsbaustein umgeleitet werden, bis das ursprüngliche Verhältnis wieder hergestellt ist. Eine andere Möglichkeit ist es, die Aktien-Sparrate eine Zeit lang auszusetzen.

Je länger, desto besser

Die Zeit spielt bei Sparplänen eine große Rolle, wie eine Berechnung der Aktion «Finanzwissen für alle» der im BVI organisierten Fondsgesellschaften zeigt. Wer demnach 1989 begonnen hat, 100 Euro pro Monat in Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland einzuzahlen, konnte bis Ende Dezember 2019 im Durchschnitt über ein Vermögen von knapp 102 548 Euro verfügen. Eingezahlt wurden in dem Zeitraum 36 000 Euro. Im Mittel entspricht das einer Rendite von 6,2 Prozent pro Jahr. Dabei sind alle Fondskosten inklusive des Ausgabeaufschlags berücksichtigt.

© dpa-infocom, dpa:200707-99-702806/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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