Pflegetagegeldpolice: Prämienerhöhung muss einen Grund haben

06.07.2020
Wer eine Pflegetagegeldversicherung abgeschlossen hat, muss bei manchen Versicherern jetzt mit höheren Ausgaben für die Prämien rechnen. Können betroffene Versicherte etwas dagegen unternehmen?
Manche Versicherte sollten jetzt genau rechnen - denn einige Versicherer haben die Prämien in ihren Pflegetagegeldtarifen deutlich angehoben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Manche Versicherte sollten jetzt genau rechnen - denn einige Versicherer haben die Prämien in ihren Pflegetagegeldtarifen deutlich angehoben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Düsseldorf (dpa/tmn) - Bei manchen Pflegetagegeldversicherungen müssen sich Verbraucher auf steigende Beiträge einstellen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen haben einige Versicherer ihre Prämien deutlich erhöht.

Im Extremfall sollen Versicherte künftig bis zu 110 Prozent mehr für den gleichen Versicherungsschutz zahlen. Die Verträge der Betroffenen liefen dabei meist schon mehrere Jahre. Verbraucher sollten in einem solchen Fall prüfen, ob eine Erhöhung der monatlichen Prämien die formalen Voraussetzungen erfüllt, raten die Verbraucherschützer.

Rechtlich gesehen darf der Versicherer den Angaben zufolge die Beiträge nur erhöhen, wenn sich die Versicherungsleistungen oder die Sterbewahrscheinlichkeiten um einen bestimmten Prozentsatz geändert haben. Im Zweifel muss eine solche Prüfung vor Gericht erfolgen.

Wer diesen Weg scheut, kann auch seine monatliche Prämie nach unten anpassen lassen - damit sinken im Pflegefall allerdings auch die Leistungen. Wird der Vertrag gekündigt, geht damit der Versicherungsschutz verloren.

© dpa-infocom, dpa:200706-99-689617/2

Infos der Verbraucherzentrale NRW


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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