Für wen sich eine Sonderkündigung beim Baukredit lohnt

13.12.2017
Immobilienkredite können nach zehn Jahren gekündigt werden. Für wen sich das lohnt, rechnet ein Finanzexperte vor.
Wer einen Kredit für eine Immobilie aufnimmt, kann diesen nach einer festgelegten Zeit kündigen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
Wer einen Kredit für eine Immobilie aufnimmt, kann diesen nach einer festgelegten Zeit kündigen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Egal wie lange die Zinsbindung läuft: Immobilienkredite kann man nach Ablauf von zehn Jahren kündigen. Geregelt ist dieses Sonderkündigungsrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch im Paragrafen 489.

Lohnend kann das für Kreditnehmer sein, die einen Vertrag mit längerer Laufzeit und vergleichsweise hohen Zinsen haben. «Maßgeblich für die Kündigung ist der Termin der Auszahlung der letzten Rate», erklärt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt. «Und wenn es nur 20 Euro waren.»

Ein Beispiel: Wurde die letzte Teilauszahlung des Darlehens von der Bank am 13. Dezember 2007 überwiesen, kann der Kunde den Kredit am 13. Dezember 2017 kündigen - allerdings mit einer Frist von sechs Monaten. Das heißt: Am 13. Juni 2018 muss der Kunde seine Restschuld bei der Bank ablösen. Wer die Kündigungsfrist verpasst, kann danach mit einer Frist von sechs Monaten jederzeit kündigen.  

Wer unsicher ist, welcher Stichtag für ihn gilt, kann bei seiner Bank nachfragen. «Am besten lassen Sie sich gleich ein Angebot für eine Anschlussfinanzierung vorlegen», rät Herbst. «Denn meist ist der Kredit ja noch nicht vollständig abbezahlt.» Hilfreich ist es, wenn Kreditnehmer an dieser Stelle schon ein gutes Angebot eines anderen Geldinstituts in der Tasche haben. Das kann die Verhandlungsposition gegenüber der bisherigen Bank verbessern.

Gesetze im Netz: Paragraf 489


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Vergabe eines Anschlusskredits ist schwieriger geworden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Anschlussfinanzierung: Bank prüft erneut Kreditwürdigkeit Bisher war die Anschlussfinanzierung für einen Immobilienkredit keine große Sache. Doch neuerdings prüfen die Geldinstitute nochmals die Bonität ihres Kunden. Diese neue Prozedur sollten Immobilienkäufer schon bei der Erstfinanzierung bedenken.
Früher oder später sollten die Zinsen wieder steigen. Was Verbraucher dabei beachten sollten. Foto: Andrea Warnecke Wie Verbraucher ihre Immobilienfinanzierung absichern Momentan sind die Zinsen im Keller. Doch früher oder später werden sie auch wieder steigen. Verbraucher, die eine Immobilie finanzieren, sollten sich in jedem Fall darauf einstellen. Dabei gibt es drei Möglichkeiten.
Gute Nachricht für Hauskäufer: Die Zinsen für Immobilienkredite bleiben niedrig. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa Baugeld bleibt billig - Forward-Darlehen kann sich lohnen Wer sich ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, kann sich weiter über niedrige Zinsen für den Immobilienkredit freuen. Daran dürfte sich auch in den kommenden Monaten wenig ändern.
Anleger haben bis Ende Februar 2016 rund 1,7 Milliarden Euro neu in offene Immobilienfonds investiert. Foto: Andreas Gebert Offene Immobilienfonds bei Anlegern beliebt Anleger favorisieren derzeit offene Immobilienfonds. Die Nachfrage ist sogar größer als das Angebot, denn einige Banken haben bereits die Ausgabe von Anteilen gestoppt.