Exzessive Abwerbeversuche am Arbeitsplatz verboten

17.10.2018
Wie häufig darf eine Konkurrenzfirma einen Mitarbeiter an seinem aktuellen Arbeitsplatz anrufen, um ihn abzuwerben? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Oberlandesgericht Frankfurt.
Eine Konkurrenzfirma darf einen Angestellten während der Dienstzeit nur kontaktieren, um einen späteren Gesprächstermin zu vereinbaren. Das hat das OLG Frankfurt entschieden. Foto: Armin Weigel
Eine Konkurrenzfirma darf einen Angestellten während der Dienstzeit nur kontaktieren, um einen späteren Gesprächstermin zu vereinbaren. Das hat das OLG Frankfurt entschieden. Foto: Armin Weigel

Frankfurt/Main (dpa) - Im Kampf um neue Mitarbeiter darf nicht jedes
Mittel recht sein. So ist es beispielsweise verboten, Angestellte von
Konkurrenzfirmen fortgesetzt an ihrem Arbeitsplatz anzurufen.

Das gilt auch für Anrufe auf dem privaten Handy des Umworbenen, wie das Oberlandesgericht Frankfurt in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil rechtskräftig entschieden hat.

Im konkreten Fall hatte ein Personalvermittler innerhalb von fünf
Tagen einen Mitarbeiter sieben Mal auf dessen Handy angerufen und
damit nach Ansicht des Gerichts die Betriebsabläufe gestört. Auf
Unterlassung geklagt hatte die Firma des Umworbenen.

Zulässig ist nach Ansicht der Richter lediglich eine erste
Kontaktaufnahme zur Vereinbarung weiterer Gesprächstermine außerhalb
des Arbeitsplatzes. Folgekontakte am Arbeitsplatz seien hingegen
unzulässig. Wenn der Beschäftigte über sein privates Handy
kontaktiert werde, müsse der Anrufer fragen, ob sein Gesprächspartner
am Arbeitsplatz sei.

Mitteilung OLG


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die heimliche Aufzeichnung von Personalgesprächen ist für alle Beteiligten verboten. Die Folge kann für den Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung sein. Das zeigt ein Urteil aus Hessen. Foto: Arne Dedert/dpa Mitarbeiter darf Personalgespräch nicht heimlich aufzeichnen Personalgespräche dürfen ohne Wissen und Zustimmung aller Anwesenden nicht aufgezeichnet werden. Die Aufnahme verletzt die Persönlichkeitsrechte der Gesprächsteilnehmer. Missachten Arbeitnehmer dieses Verbot, droht die fristlose Kündigung.
Ein Bewerber, der für eine neue Stelle den Wohnort wechselt, hat keinen Anspruch auf Erstattung der Umzugskosten von Seiten des Arbeitgebers. Oft zeigen sich Unternehmen aber kulant. Foto: Kai Remmers Wann muss der Arbeitgeber meinen Umzug bezahlen? Oft ist ein neuer Job auch mit einem Standortwechsel verbunden. Auch bei Verlegung des Unternehmenssitzes kann für die Arbeitnehmer ein Umzug anstehen. Wer übernimmt die Kosten?
Wer privat eine Pflegekraft einstellt, muss den Mindestlohn und Sozialbeiträge zahlen. Foto: Patrick Pleul Pflegekraft daheim: Privatleute haben Arbeitgeberpflichten Können sich Angehörige nicht selbst um einen Pflegebedürftigen kümmern, ist eine Pflegeeinrichtung nicht die einzige Lösung. Möglich ist es etwa auch, eine Pflegekraft privat zu beschäftigen. Dabei sollten jedoch gesetzliche Vorgaben eingehalten werden.
Nicht rechtens: Wenn die Krankenkasse am Telefon Mitglieder wirbt, kann sie mit einer Strafe rechnen. Foto: Uli Deck Telefonische Mitgliederwerbung kann unzulässig sein Telefonische Werbung ist lästig - und im Fall von Krankenkassen auch nicht ohne weiteres zulässig. Wird eine Kasse dabei erwischt, wie sie Mitglieder am Telefon abwerben will, droht eine Strafe.