Unischwarz wirkt schwärzer

17.01.2018
Wer einen ganz tiefen Schwarzton auf seinem neuen Auto genießen will, sollte keinen Metallic-Lack ordern. Denn dessen Reflexionen lassen das Auto gräulich schimmern. Ein Unilack ist dann in der Regel die bessere Wahl. Doch das will bei der Pflege berücksichtigt werden.
Schwarzfahrer: Unischwarz kann tiefer wirken als eine Variante mit Effektpigmenten - diese reflektieren das Licht stärker und können einen gräulichen Schimmer hervorrufen. Foto:
Schwarzfahrer: Unischwarz kann tiefer wirken als eine Variante mit Effektpigmenten - diese reflektieren das Licht stärker und können einen gräulichen Schimmer hervorrufen. Foto:

Hagen (dpa/tmn) - Tiefschwarz glänzt das Traumauto im Prospekt - wer so ein Schwarz will, sollte bei der Lackbestellung die feinen Unterschiede beachten.

Denn diesen Effekt bietet in der Regel nur ein Unischwarz, sagt Lack- und Pflegeexperte Christian Petzoldt aus Hagen. Und das ist produktionsbedingt meist noch billiger als eine Metallic- oder Pearlvariante.

Denn jede Beimischung von Effektpigmenten reflektiert das Licht - egal, ob kleine Perlmutt-Teilchen wie beim Pearleffekt oder eben Metallteilchen bei Metallic. «Mit etwas Abstand wirkt die Lackoberfläche des Autos dann matschig grau », sagt Petzoldt. «Die Tiefe fehlt einem Schwarz in dem Moment, wenn ein Effektpigment dabei ist.»

Bei Pflege und Haltbarkeit gibt es heute dabei kaum Unterschiede mehr. Schon lange sind diese Unilacke auch - wie bei Metallic- oder Pearl-Lacken schon immer üblich - stets mit einer Klarlackschicht mit UV-Schutz geschützt. «Der von früher bekannte Ausbleich-Effekt kann hier in der Form nicht mehr so auftreten», sagt Petzoldt.

Aber: Auf dem tiefschwarzen Unilack werden mechanische Spuren schneller sichtbar als auf Metallic-Lacken. «Durch die feinen Metallic- oder Perlmutt-Pigmente sieht man feine Kratzer nicht so deutlich wie auf einem Unilack», sagt Petzoldt.

Er gibt folgende Tipps für die Pflege, damit der Lack so lange wie möglich so tiefschwarz bleibt: Die Lackkonservierung sollte regelmäßig erneuert werden, damit man erst gar nicht zu drastischen Mitteln greifen muss. Und bei Bedarf immer mit möglichst milden Polituren und weichen Werkzeugen arbeiten. «Das hinterlässt weniger Mikrokratzer und trägt weniger vom schützenden Klarlack ab.»

Denn wer zu viel abträgt, weil er etwa mit zu aggressiven Mitteln greift oder ungeübt mit einer Poliermaschine werkelt, riskiert die Haltbarkeit der darunterliegenden Lackschicht. «Und der ganze Lackaufbau moderner Autos ist nicht dicker als ein Fingernagel», erläutert Petzoldt.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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