O-Beine durch Profi-Fußballtraining im Jugendalter

15.06.2018
Fußball zählt zu den beliebtestens Sportarten bei Jugendlichen. Gerade jetzt zum Beginn der WM schlagen die Herzen höher, wenn das Leder rollt. Doch Fußball als Leistungssport im Wachstumsalter kann später Probleme bringen - an den Knien.
Bei Jugendlichen, die Fußball als Leistungssport betreiben, erhöht sich einer Studie zufolge das Risiko, im Alter an Kniegelenksarthrose zu erkranken. Foto: Philipp Brandstädter/Symbolbild
Bei Jugendlichen, die Fußball als Leistungssport betreiben, erhöht sich einer Studie zufolge das Risiko, im Alter an Kniegelenksarthrose zu erkranken. Foto: Philipp Brandstädter/Symbolbild

München (dpa) - Weltmeisterschaft oder nicht: Wer es im Profifußball zu etwas bringen will, muss schon als Kind trainieren. Doch das kann Folgen haben: Betreiben Heranwachsende Fußball als Leistungssport, haben sie ein erhöhtes Risiko, O-Beine zu entwickeln.

Das ergab eine Studie von Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität München, die im «Deutschen Ärzteblatt» veröffentlicht wurde. O-Beine seien keineswegs nur ein Schönheitsfehler, berichtete Studienleiter Peter Helmut Thaller. Vielmehr erhöhe sich damit später im Erwachsenenalter das Risiko für eine Kniegelenksarthrose.

Thaller und sein Team werteten verschiedene Studien aus. Die Analyse ergab, dass bei jugendlichen Spitzen-Fußballern der Abstand zwischen den Knien im Schnitt um eineinhalb Zentimeter größer war als in den Kontrollgruppen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei heranwachsenden Fußballern die chronische Überlastung auf dem Spielfeld mit ständigen plötzlichen Richtungswechsel und Manövern die Ursache für die Fehlbildung ist.

Fußball ist einer von den Forschern zitierten Erhebung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zufolge die beliebteste Sportart bei Jungen. Bei Mädchen rangiert der Sport sogar gleich hinter Turnen. Die meisten von ihnen müssen sich aber keine Sorgen um ihre Knie machen: «Unsere Ergebnisse lassen sich nicht auf den Breitensport übertragen. Im Gegenteil, Sport ist grundsätzlich gut für die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen», betonte Thaller.

Der Mediziner wertete mit seiner Arbeitsgruppe die Daten von 1344 jungen Fußballern aus und stellte sie Daten von 1277 anderen Jugendlichen gegenüber, die entweder kaum Sport betrieben oder einen anderen Leistungssport. Ähnliche Hinweise auf ein Risiko für O-Beine gebe es auch bei Tennis und im Feldhockey im Leistungssport. Jedoch sei die Datenlage hier dünn.

Veröffentlichung im Ärzteblatt


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer exzessiv trainiert, kann sich einen Ermüdungsbruch zuziehen. Besonders gefährdet sind die Knochen, die beim Sport am meisten beansprucht werden: Etwa Schienbein, Wadenbein oder Fußknochen. Foto: Christin Klose Zu extrem trainiert: Bei Ermüdungsbrüchen ist Pause angesagt Es trifft Profis und ehrgeizige Freizeitsportler: Wer seine Knochen dauerhaft überlastet, riskiert eine Stressfraktur. Ist der Knochen einmal angeknackst, hilft nur eine mehrwöchige Trainingspause.
Wer sich ausführlich dehnt, macht nichts falsch. Wichtiger ist aber, die Muskeln zu erwärmen, um sie auf das Training vorzubereiten. Foto: Christin Klose So wärmen sich Sportler richtig auf Aus rein medizinischer Sicht schützt dehnen nicht vor Verletzungen. Dennoch raten Experten dazu, es vor dem Sport ins Aufwärmprogramm einzubauen - allerdings als dynamisches Stretching. Um dauerhaft Beschwerden zu vermeiden, sind Kraft und Beweglichkeit wichtiger.
Wer sich gerne bewegt, wird am Sportstudium viel Freude haben. Denn Studenten pauken nicht nur Theorie, sondern haben auch einen hohen Praxisanteil im Studium.    Foto: Deutsche Sporthochschule Köln/Jens Wenzel Der bewegte Job: Im Sportstudium früh Schwerpunkte setzen Wer sich gerne bewegt, kommt im Sportstudium voll auf seine Kosten. Aber das allein reicht nicht. Setzen Hochschüler nicht rechtzeitig Schwerpunkte, haben sie es später auf dem Arbeitsmarkt mitunter schwer.
Sport auf dem Pezziball beansprucht Muskelschichten, die man mit einem normalen Krafttraining nicht erreicht. Daher ist er auch im Fitnessbereich ein beliebtes Trainingsgerät. Foto: Tobias Hase Trainieren mit dem Gymnastikball Er ist ein bewährtes Mittel, um den Rücken fit zu halten. Und wer auf ihm sitzt, merkt schnell, wie schwer es ist, die Balance zu halten. Genau das macht den Gymnastikball zu einem außergewöhnlichen Sportgerät.