Atemnot und Ausschlag: Rotwein kann unverträglich sein

21.06.2016
Nicht jeder verträgt Rotwein gut. Kopfschmerzen sind dann noch das kleinste Übel. Auch Atemnot ist möglich. Eine Allergie gegen Rotwein im Allgemeinen gibt es aber nicht - es kommt auf die Details an.
Manche Menschen bekommen von Rotwein Rötungen auf der Haut, Juckreiz, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden. Schuld daran kann der Stoff Histamin sein. Foto: Franziska Gabbert
Manche Menschen bekommen von Rotwein Rötungen auf der Haut, Juckreiz, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden. Schuld daran kann der Stoff Histamin sein. Foto: Franziska Gabbert

Mönchengladbach (dpa) - Manche Menschen vertragen Rotwein nicht gut. Sie bekommen nicht etwa einen dicken Schädel, sondern Pusteln auf der Haut. Schuld daran kann der Stoff Histamin sein.

«Großflächige Rötungen auf der Haut sind ein typisches Anzeichen.», sagt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund. Juckreiz, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden können ebenfalls Symptome sein.

Nicht jeder Rotwein enthält die gleiche Menge Histamin. Der Gehalt kann von Sorte zu Sorte unterschiedlich sein. Auch Lebensmittel wie Hartkäse oder geräucherter Fisch können viel Histamin enthalten. Bei Wein erfolgen die Reaktionen aber schneller, sagt Lämmel. Dafür sorge die Tatsache, dass Wein flüssig ist und Alkohol enthält. «Der Alkohol steigert die Durchblutung, der Stoff wird schneller aufgenommen.»

Lämmel betont: Es kommt auf die Stoffe an, die im Wein sind. Per se kann man nicht gegen Rotwein allergisch sein. Weine können zum Beispiel mit Hühnereiweiß oder Proteinen aus Fischblasen geklärt worden sein. «Auch deren Rückstände können Reaktionen auslösen», sagt Lämmel. Enthält ein Wein Produkte aus Milch oder Ei, muss das auf dem Etikett kenntlich gemacht sein.

Das gilt auch für Sulfite ab einer bestimmten Menge: Sie können bei Allergikern Hustenanfälle und Atemnot auslösen, erklärt Lämmel. Dass manche Rotweine nach dem Genuss für einen dicken Schädel sorgen, kann an enthaltenen Tanninen liegen. «Manche Menschen bekommen davon dann Kopfschmerzen.» Das sei aber von Mensch zu Mensch verschieden.

Doch was hilft gegen die Symptome? Eigentlich nur eines: einen anderen Wein ausprobieren. Es komme auf die Traube und den Prozess der Herstellung an, sagt Lämmel. Wer auf Histamin empfindlich reagiert, kann alternativ zu Weißweinen greifen. Diese enthalten laut der Deutschen Weinakademie erheblich weniger Histamin als Rotweine.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer es morgens eher deftig mag, startet mit einem Räucherlachs-Avocado-Dill-Aufstrich in den Tag. Dazu passt Dinkel-Roggen-Brot. Foto: Naumann & Göbel Verlag Vollwert-Ernährung: Clean Eating ist in Mode Naturbelassene Lebensmittel frisch zubereitet genießen - das ist die Kernidee von Clean Eating. Der Ernährungstrend findet wohl auch deshalb zunehmend Anhänger, weil er vergleichsweise unkompliziert ist und man fast nichts falsch machen kann.
Viele Menschen bevorzugen süße Getränke wie Limonade. Schädlich ist es vor allem für diejenigen, die zu Übergewicht neigen. Foto: Monika Skolimowska/dpa Was steckt hinter dem Ernährungstrend Zuckerfrei? Zucker hat viele Namen: Glukosesirup, Fruktose, Maltose oder Saccharose zum Beispiel. Klingt ungesund - aber ist es das auch? Ein Ernährungstrend dreht sich um die Abstinenz von dem «süßen Gift».
Einige Stunden am Tag oder einige Tage pro Woche - Wer immer wieder Essenspausen einlegt und in dieser Zeit nur Wasser trinkt, tut seinem Körper tatsächlich etwas Gutes. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn Fit und schlank - Intervallfasten entlastet den Körper Im Silicon Valley greift ein eigenartiger Trend um sich: Die Menschen verzichten stunden- oder tagelang auf Essen, um danach ordentlich reinzuhauen. Angeblich können sie sich besser konzentrieren. Gesund sein soll es auch noch. Was ist dran am Intervallfasten?
Rohkost ist grundsätzlich gesund. Wer sich aber ausschließlich davon ernährt, kann schnell einen Eisen-, Magnesium- oder Vitaminmangel bekommen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Wie gesund ist Rohkost wirklich? Egal ob Karotte, Apfel oder Zucchini: Obst und Gemüse sind gesund. Und das gilt besonders dann, wenn sie roh gegessen werden. Je mehr, desto besser also. Oder etwa nicht?