Ryanair verspricht Ticketerstattungen bis Ende Juli

03.07.2020
Laut EU-Recht müssen Airlines den Ticketpreis innerhalb einer Woche erstatten, wenn sie Flüge stornieren. In der Corona-Krise wurde diese Frist jedoch oft nicht eingehalten. Ryanair will nun Tempo machen.
Ryanair will den Ticketpreis für abgesagte Flüge nun schneller erstatten. Die Fluggesellschaft hat dafür nach eigenen Angaben zusätzliche Mitarbeiter geschult. Foto: Thomas Frey/dpa
Ryanair will den Ticketpreis für abgesagte Flüge nun schneller erstatten. Die Fluggesellschaft hat dafür nach eigenen Angaben zusätzliche Mitarbeiter geschult. Foto: Thomas Frey/dpa

Dublin (dpa) - Europas größter Billigflieger Ryanair will die ausstehenden Erstattungen für in der Corona-Krise abgesagte Flüge schneller bearbeiten. Mehr als 90 Prozent der zwischen März und Juni betroffenen Kunden sollen ihr Geld bis Ende Juli erhalten, versprach Manager Eddie Wilson laut einer Mitteilung des irischen Unternehmens. Man habe zusätzliche Mitarbeiter geschult, um den Stau zu beseitigen.

Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen stornierten Flügen verpflichtet, den Ticketpreis innerhalb von sieben Tagen zu erstatten. In der Corona-Krise hatte dies auch bei anderen Gesellschaften nicht geklappt. So hat der Lufthansa-Konzern vor einer Woche angekündigt, den Stau innerhalb von sechs Wochen zu beseitigen. Es standen noch rund eine Milliarde Euro an Erstattungen aus.

Ryanair nannte weder Zahl noch Summe der Erstattungen. Stand Ende Juni seien alle Anträge aus dem März und die Hälfte der April-Anträge bearbeitet gewesen. Das Unternehmen beschuldigte erneut Online-Reisebüros, bei ihren Buchungen gefälschte E-Mail-Adressen und virtuelle Kreditkarten zu verwenden, die nicht zu einzelnen Verbrauchern zurückverfolgt werden könnten. Die Büros müssten die Daten ihrer Kunden offenlegen, damit an diese Erstattungen fließen könnten.

© dpa-infocom, dpa:200703-99-664241/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die neuen Handgepäck-Regeln von Ryanair und Wizz Air sehen vor, dass Reisende im Standardtarif nur eine kleine Tasche ohne Aufpreis mit an Bord nehmen können. Rollkoffer kosten extra. Foto: Tobias Hase Italiens Kartellbehörde stoppt Ryanairs Handgepäck-Regeln Zum 1. November sollten bei Ryanair die neuen Handgepäck-Regeln in Kraft treten. Die italienische Kartellbehörde hat den Billigflieger dazu aufgefordert, seine Pläne zu stoppen. Ryanair will sich dagegen wehren.
Brexit, und nun? Der Brexit hat erst einmal wenig Folgen für Reisende. Foto: Alberto Pezzali/AP/dpa Was der Brexit für Reisende bedeutet Der Brexit ist da - jetzt aber wirklich. Für Großbritannien-Reisende aus Deutschland hat er zwar erstmal keine großen Auswirkungen. Trotzdem reagieren Urlauber auf die neue Situation.
Alle, die vor dem 8. März 2020 ein Ticket für einen Flug, eine Pauschalreise oder eine Veranstaltung gekauft haben, sollen nach Plänen der Bundesregierung nun einen Gutschein bekommen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Gutscheine statt Rückzahlung: Was das für Reisende bedeutet Unzählige Urlauber wollen gerade Geld für abgesagte Reisen zurückhaben. Das könnte Airlines und Veranstalter in den Ruin treiben. Die Bundesregierung hat einen Vorschlag, der beiden Seiten helfen soll.
Passanten gehen auf der Brücke «Pont de Bir-Hakeim», mit Blick auf den Eiffelturm. Foto: Philippe Lopez/AFP/dpa Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart Ob ans Meer in Kroatien oder in die österreichischen Berge: Hält der Trend bei den Corona-Infektionszahlen an, könnten in Europa viele Grenzen ab 15. Juni wieder offen sein. Urlauber und Tourismusbranche schöpfen Hoffnung.