Nachlassverbindlichkeiten senken Erbschaftssteuer

18.05.2022
Ein Erbe ist häufig mit gewissen Pflichten verbunden - und die können richtig ins Geld gehen. Bestimmte Aufwendungen aber können die Steuerlast senken.
Fallen mit dem Erbe Nachlassverbindlichkeiten an, etwa die Haushaltsauflösung des Verstorbenen, können diese Kosten unter Umständen steuerlich geltend gemacht werden. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Fallen mit dem Erbe Nachlassverbindlichkeiten an, etwa die Haushaltsauflösung des Verstorbenen, können diese Kosten unter Umständen steuerlich geltend gemacht werden. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Eine letzte Steuererklärung erstellen oder die Wohnung räumen: Nicht selten müssen Erben auch solche Dinge regeln. Die Kosten für einen Steuerberater oder ein Entrümpelungsunternehmen können aber als sogenannte Nachlassverbindlichkeiten die Erbschaftsteuer senken.

Die Frage, was im Einzelfall als Nachlassverbindlichkeit abzuziehen ist, endet allerdings laut dem Bund der Steuerzahler häufig vor den Finanzgerichten. Das müssen Erben wissen:

Steuerberatung:

Beratungskosten für die Einkommensteuererklärung des Verstorbenen, die Erben finanziell tragen, sind «nur dann abziehbar, wenn der Erblasser den Steuerberater noch zu seinen Lebzeiten beauftragt hat», erklärt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler.

Dann sind auch die Kosten für die Nacherklärung von Steuern abzugsfähig. Denn der Erbe sei als Gesamtrechtsnachfolger berichtigungspflichtig, wenn vom Erblasser abgegebene Steuererklärungen unrichtig sind.

Haushaltsauflösung:

Die Kosten für eine Räumung sind dann abzugsfähig, wenn es bei der Haushaltsauflösung darum geht, festzustellen, welche Gegenstände in der Wohnung oder dem Haus des Verstorbenen zum Nachlass gehören.

Aber Erben sollten sich laut dem Bund der Steuerzahler mit der Räumung nicht allzu lange Zeit lassen. Die Finanzverwaltung erkennt die Gesamtkosten dafür nur innerhalb von sechs Monaten nach dem Erbfall an. Dauert es mit der Haushaltsauflösung länger, könnten die Behörden die Kosten für die Durchsicht des Hausrats und das Ausräumen trennen - und nur erstere steuerlich anerkennen.

© dpa-infocom, dpa:220517-99-327903/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein Formular für die Erbschaftsteuererklärung liegt bereit. Foto: Hans-Jürgen Wiedl/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration Kosten für berichtigte Steuererklärung absetzbar Der Vater hat Steuern hinterzogen? Erben können seine Steuererklärungen berichtigen lassen. Wird dafür ein Steuerberater beauftragt, sind laut einem Urteil die Kosten steuerlich zu berücksichtigen.
Prozesskosten im Erbschaftsstreit fallen unter Nachlassverbindlichkeiten und können steuerlich geltend gemacht werden. Foto: Jens Büttner/dpa Erbstreit: Prozesskosten können Erbschaftsteuer mindern Prozesskosten können ziemlich teuer werden. Geht es jedoch um Erbschaftsangelegenheiten, können diese beim Finanzamt als Nachlassverbindlichkeiten angeführt werden. Das bestätigt ein Urteil aus Düsseldorf.
Erben, die für den Verstorbenen eine Steuererklärung abgeben, können die Kosten für den Steuerberater von der Erbschaftsteuer absetzen. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn Erbschaftsteuer: Kosten für letzte Steuererklärung absetzen Beauftragt ein Erbe einen Steuerberater, um Steuererklärungen des Verstorbenen nachzureichen, sind das Nachlassverbindlichkeiten. Diese können genauso wie Kosten für die Wohnungsräumung abgesetzt werden.
Bei freiwilliger Weiterschenkung wird Erbschaftssteuer fällig. Direktes erben ist hingegen steuerfrei. Foto: picture alliance / dpa Bei freiwilliger Weiterschenkung wird Erbschaftsteuer fällig Erben, die eine Erbschaft weitergeben, aber nicht durch den Verstorbenen dazu verpflichtet waren, müssen mit Erbschaftsteuer rechnen. Testamente sollten daher gut durchdacht werden.