Anradeln mit dem Pedelec

07.05.2021
Mit den steigenden Temperaturen nimmt auch die Zahl an Zweirädern auf den Straßen zu, im Trend sind besonders Pedelecs. Experten geben Tipps für das sichere Anradeln.
Am besten erstmal herantasten: Die unerwartet einsetzende Motorunterstützung, das hohe Gewicht und der veränderte Schwerpunkt sind beim Pedelec gewöhnungsbedürftig. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
Am besten erstmal herantasten: Die unerwartet einsetzende Motorunterstützung, das hohe Gewicht und der veränderte Schwerpunkt sind beim Pedelec gewöhnungsbedürftig. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Wer mit einem Pedelec in die Saison startet, sollte vorher nicht nur alle Fahrradteile überprüfen. Experten vom Auto Club Europa (ACE) empfehlen auch, vorher eine Übungsfahrt einzuplanen.

Denn mit der Zahl der Pedelecs auf der Straße ist auch die Zahl der Unfälle gestiegen. Viele andere Verkehrsteilnehmende unterschätzen leicht die Geschwindigkeit eines Pedelecs, weswegen eine vorausschauende Fahrweise angesagt ist, so der ACE. Grundsätzlich raten die Verkehrsexperten dazu, zum Saisonstart etwas langsamer zu fahren. Durch die vergangenen kalten und nassen Monate sind an vielen Stellen die Straßenbeläge beschädigt und können durch Regen feucht und glatt sein.

Bevor man sich aber in den Sattel schwingt, sollte man Sitz- und Sattelposition überprüfen, wie auch die Neigung des Lenkers und der Bremsgriffe. Besonders wichtig ist beim Pedelec ein Check der Licht- und Bremsanlage sowie eine Überprüfung der Funktion und Ladestands des Akkus. Als nächstes sollte der Reifendruck geprüft werden. Der ACE empfiehlt eine regelmäßige Kontrolle alle zwei Wochen, der Sollwert hierfür ist meist auf der Reifenflanke vermerkt.

Übungsfahrt einplanen

Wegen der unerwartet einsetzenden Motorunterstützung, dem hohen Gewicht und dem veränderten Schwerpunkt sollten nicht nur Pedelec-Neulinge sich an das Fahren mit Elektroantrieb wieder herantasten. Auch der Bremsweg ist im Vergleich zum Fahrrad ungewohnt lang und sollte vor der ersten Radtour getestet werden. Üben lässt es sich gut in einer verkehrsberuhigten Zone.

Hierzu gehört auch das Anfahren an einer Steigung: Das Rad muss zunächst aus eigener Kraft in Gang gebracht werden, bevor der Motor unterstützend eingreifen kann. Am besten dafür einen niedrigen Gang und den höchsten E-Modus wählen. Ist genug Platz vorhanden, kann quer zur Fahrbahn angefahren werden. Dafür hält der Fuß zur Hangseite den Bodenkontakt, der talseitige Fuß tritt in das auf elf Uhr hochgesetzte Pedal.

Bei der Bergabfahrt sollte das Bremsen vorsichtig dosiert werden und beide Bremsen eingesetzt werden. Gerade bei der Vorderradbremse sollte man aber darauf achten, dass die Bremswirkung größer ist und der Reifen blockieren kann. Vor dem Anhalten empfiehlt es sich zudem, in einen niedrigeren Gang zurückschalten. Dadurch lässt sich beim anschließenden Anfahren nicht nur das Gleichgewicht leichter halten, auch einzelne technische Komponenten wie die Kette werden geschont.

© dpa-infocom, dpa:210506-99-495898/3

Pressemitteilung ACE


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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