Was Türmatten können sollten

14.10.2019
Fußmatten dürften eines der unterschätztesten Wohnaccessoires sein. Jeder hat sie, jeder schaut regelmäßig beim Schuheabstreifen darauf, und jeder braucht sie - insbesondere im feuchten Herbst und Winter.
Schuhe säubern - und den Eingang ins Haus verzieren. Manchen Türmatten gelingt beides. Foto: Kristina Schirmer/Laupheimer Kokosweberei/dpa-tmn
Schuhe säubern - und den Eingang ins Haus verzieren. Manchen Türmatten gelingt beides. Foto: Kristina Schirmer/Laupheimer Kokosweberei/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) – Für die einen sind sie Fußabtreter, für die anderen mehr. «Manche haben ihre Türmatten jahrzehntelang», sagt Alexander Josef Pietrowski, Inhaber von Traummatten.de. Andere betrachten sie ihm zufolge als Modeartikel und wechseln sie regelmäßig. Er sieht die Trends kommen und gehen.

Langweilige Matten in Grau, Schwarz oder Braun werden tendenziell weniger, sterben aber wohl niemals aus. «Es wird immer Leute geben, die eine Türmatte allein wegen ihrer Funktionalität kaufen und nicht wegen ihres Designs», so Pietrowski. Aber die Matten wurden generell in den letzten Jahren bunter, vielfältiger und individueller, kann er berichten. «Geometrische Muster, Tiermotive und Stadtansichten sind beliebt. Auch Sprüche.»

Zwischen Individualismus, Kunststoffmatten und der Umwelt

Lange gab es einen Trend hin zu individuellen Stücken, die etwas über den Besitzer aussagen. «Aber das ebbt ab, ist wohl vielen zu anstrengend. Zumal ja heutzutage alles individualisiert werden kann, von der Kaffeetasse bis zum Müsli», vermutet Pietrowski.

Die meisten in Deutschland verkauften Fußmatten sind aus Kunststoff, ihre Rückseiten aus PVC oder Gummi. Aber Türmatten aus dem Naturmaterial Kokos sind ebenfalls gefragt - zumal auch bei diesen Produkten viele Kunden inzwischen auf Umweltfreundlichkeit achten.

Allerdings sollte man sich erkundigen, ob die Wunsch-Matte wirklich Produkt einer umweltfreundlichen Produktion unter fairen Bedingungen ist. Kokosmatten waren lange in Verruf, genau das nicht zu sein. Die Kokosmatten haben einen praktischen Vorteil: Die robusten Fasern bürsten die Sohlen ab.

Kokosmatten müssen alle drei Jahre ersetzt werden

Diese Materialvariante gibt es zudem ebenfalls in vielen Ausführungen - «im natürlichen Look, aber auch in vielen verschiedenen Designs», erklärt Ingo Buchmann von der Laupheimer Kokosweberei. Er rät, Kokosmatten erst hinter die erste Gebäudetür zu legen - oder so, dass sie vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen geschützt ist. Dann halte sich das Naturmaterial länger.

Bei feuchter Witterung treten die Materialeigenschaften der Matten stärker in den Vordergrund. Fußmatten sollten daher saugfähig sein und sich gut reinigen lassen. «Die meisten Fußmatten kann man ohne Probleme in die Waschmaschine stecken», erklärt Pietrowski. Hier sollte man auf die Waschinformationen der Hersteller achten.

Kokosmatten werden einfach ausgeklopft, denn bei ihnen bleibt der grobe Schmutz auf der Oberfläche liegen, und feine Teile werden von den Fasern aufgenommen. Trotzdem halten Kokosmatten nicht so lange wie Matten aus Kunststoff, alle zwei bis drei Jahren ist eine neue fällig.

Nicht jeder Abstreifer ist für jeden Schuh verträglich

Beachten sollte man bei der Wahl auch die Schonung der Schuhe: «Es gibt zum Beispiel Matten mit Gitterrosten, die zwar den Schmutz von den Schuhen gut entfernen, für feine Lederschuhe aber Gift sind», erklärt Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut in Offenbach. «Außerdem bleiben Stilettoabsätze von Highheels gern darin hängen, und der Lederbezug wird beschädigt.»

Auch raue Kokosmatten und andere borstige Fasern können empfindlichen Schuhen schaden. «Am besten wäre es, zwei Matten vor die Tür zu legen, eine robuste, die den Schmutz abnimmt und einen weichen Teppichvlies für die feinen Schuhe», findet Schulz.

Der Trend geht ohnehin zur Zweit- oder Drittmatte. Viele Menschen wechseln ihre Türmatten sogar je nach Jahreszeit. Im Frühjahr sind bunte, fröhliche Farbtöne beliebt, im Herbst eher dunklere. «Sogar weihnachtliche Motive gibt es, sie sind sehr beliebt», berichtet Branchenkenner Pietrowski.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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