Kleine Tricks helfen alten Heizungen

16.09.2019
Eine neue Heizanlage kostet viel Geld, das haben die meisten nicht oder sie wollen es nicht investieren. Es lässt sich aber auch mit kleineren Investitionen noch mehr aus der Anlage rausholen.
Nach zehn bis 15 Jahren gehen Thermostatventile an den Heizkörpern häufig kaputt. Foto: ZVSHK/dpa-tmn
Nach zehn bis 15 Jahren gehen Thermostatventile an den Heizkörpern häufig kaputt. Foto: ZVSHK/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Von den 21 Millionen Heizungen in Deutschland sind 13 Millionen technisch veraltet. Trotzdem laufen sie meistens weiter, solange es noch geht.

Denn so ein Austausch kostet ja auch Geld. Aber man kann die Heizung immerhin etwas fitter machen - selbst wenn man nur wenig Geld zum Investieren hat.

Wie erkennt man, ob die Heizung besser arbeiten könnte?

Wird die Wohnung nicht überall warm, kommt wahrscheinlich nicht bei allen Heizkörpern genügend Wasser an. Dann gluckern sie auch. Oder sie geht nicht aus, obwohl sie abgestellt wurde. «Solche Dinge lassen sich meist beheben, können aber auch Indizien für größere Schäden und unnötigen Energieverbrauch sein», erklärt Jens Hakenes von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online.

Was kann der Handwerker ausrichten?

Es muss nicht immer die ganze Anlage erneuert werden. «Schon die Nachrüstung moderner Ventile und Armaturen und die Optimierung der Systemtemperaturen können den Brennwertbetrieb optimieren und damit die Heizung fitter machen», erklärt Helmut Bramann vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. «Auch der Austausch einer alten, nicht regelbaren Heizungspumpe durch moderne Technik trägt wesentlich zu einer höheren Effizienz bei.»

Selbst der Austausch kleinerer Teile wie der Thermostatventile an den Heizkörpern kann etwas bewirken. «Nach 10 bis 15 Jahren gehen sie häufig kaputt. Dann kann man überlegen, ob man statt einfacher lieber programmierbare Thermostate einbaut», sagt Hakenes. Das kann der Heimwerker übrigens auch selbst erledigen.

Der Experte ergänzt noch eine Maßnahme: «Nicht nur bei älteren, sondern auch bei jüngeren Heizungen ist ein hydraulischer Abgleich oft sinnvoll.» Der sorgt dafür, dass das Wasser gleichmäßig durch die Rohrleitungen in alle Räume fließt. «Der hydraulische Abgleich trägt dazu bei, die eingesetzte Energie gezielter zu nutzen. Das spart Kosten und verringert den CO2-Ausstoß», erklärt Hakenes.

Lohnt sich die Arbeit?

Mit Tricks wie diesen arbeitet die alte Heizung effizienter. Trotzdem raten Experten letztlich zum Nachrechnen, ob sich in dem konkreten Fall der Austausch von Komponenten gegenüber einem Neukauf wirklich lohnt. Denn auch viele kleine Komponenten gehen ins Geld. «Ohne finanziellen Aufwand sind größere Einsparungseffekte an älteren Heizungen unrealistisch», erklärt Andreas Lücke vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie.

Wenn ich etwas Geld übrig habe - wann lohnt sich der Austausch?

Branchenexperten wie Lücke raten bei Heizungen, die älter als 15 Jahre sind und damit als veraltet gelten, eher zu einem Austausch als zu einer Reparatur. Auch aus Umweltgründen. «Ältere Heizungen verbrauchen rund ein Drittel mehr Energie als moderne Systeme.»

Wer auf einen anderen Heizträger wechselt möchte, sollte damit nicht warten, bis die jetzige Heizung kaputt geht. «Springt sie im Winter nicht mehr an, wird sie oft durch das erstbeste neue System ersetzt», erklärt Hakenes. Denn es muss ja schnell Ersatz her, wenn es kalt ist, und es bleibt keine Zeit zur Planung und teils aufwendigeren Umrüstung. «Besser ist es, Alternativen zu prüfen, wenn die Heizung in die Jahre gekommen ist, aber noch läuft», erklärt Hakenes.

Tool von C2online: Heizkosten berechnen und vergleichen


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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