«Zählkinder» können Kindergeld erhöhen

11.10.2019
Wer möchte «Zählkind» sein? Schön klingt der Begriff nicht. Er steht aber für ein paar Euro mehr im Monat. Eine Rolle spielt das, wenn ein Elternteil nicht für alle Kinder Anspruch auf Kindergeld hat.
Genau rechnen: Bei Patchworkfamilien kann es finanziell einen Unterschied machen, welches Elternteil den Antrag stellt. Foto: Ingo Wagner/dpa/dpa-tmn
Genau rechnen: Bei Patchworkfamilien kann es finanziell einen Unterschied machen, welches Elternteil den Antrag stellt. Foto: Ingo Wagner/dpa/dpa-tmn

Nürnberg (dpa/tmn) - Beim Kindergeld lohnt es sich, genau zu rechnen: Besonders bei Patchworkfamilien kann es finanziell einen Unterschied machen, welches Elternteil den Antrag stellt. Auf diesen Effekt weist die Bundesagentur für Arbeit hin. Der Unterschied pro Monat ist allerdings meist gering.

Der Grund: Die Höhe des ausgezahlten Kindergeldes richtet sich nach der Anzahl der Kinder. Dabei zählen auch die Kinder mit, für die der Berechtigte kein Kindergeld erhalten kann, weil dieses vorrangig einem anderen Elternteil zusteht.

Nur ein Elternteil hat Anspruch auf Kindergeld

Das ist etwa der Fall, wenn bei getrennten Eltern das gemeinsame Kind bei der leiblichen Mutter lebt. Der Vater hat dann keinen Anspruch auf die Leistung. Hat er aber weitere Kinder, die bei ihm leben, wird das älteste Kind als sogenanntes Zählkind bei der Berechnung berücksichtigt.

Für das erste und zweite Kind gibt es monatlich immer jeweils 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro. Im Beispiel zählen die beiden Kinder, die beim Vater leben, wegen des älteren «Zählkindes» als zweites und drittes Kind - der Vater könnte also Kindergeld in Höhe von 204 Euro plus 210 Euro beziehen, also insgesamt 414 Euro, wie die Arbeitsagentur vorrechnet.

Das «Zählkind» erhöht die Zahl der Kinder

Hat die Mutter der beiden Kinder kein anderes Kind, zählen die beiden bei ihr dagegen als erstes und zweites Kind - ihr stünden also 204 Euro plus 204 Euro zu, insgesamt 408 Euro. Wird der Vater bei der Beantragung des Kindergelds als Berechtigter angegeben, stehen ihm also monatlich 6 Euro mehr pro Monat zu.

Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit: Online-Antrag auf Kindergeld


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Kindergeld kann auch für volljährige Kinder beantragt werden. Hierbei müssen Eltern aber beachten: Die Fristen für rückwirkende Anträge werden ab 2018 kürzer. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Neue Fristen für rückwirkende Kindergeldanträge ab 2018 Kindergeld kann bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden. Doch nicht immer wissen Eltern das. Ab dem kommenden Jahr sollten sie sich über die Voraussetzungen schnell informieren. Denn für rückwirkende Anträge bleibt dann weniger Zeit.
Am besten stellt der Elternteil den Kindergeldantrag, der mehr Kinder in die Familie mitbringt. Foto: Jens Büttner Kindergeld bei Patchwork-Familien richtig beantragen Die Anzahl der Kinder ist entscheidend für die Höhe des Kindergeldes. Bei Patchwork-Familien ist genau das aber etwas komplizierter: Hier kommt es auch darauf an, welches Elternteil den Antrag stellt.
Die bis November ausgezahlte Kindergeldsumme stieg auf insgesamt 33,8 Milliarden Euro an. Foto: Felix Kästle Rekord bei Kindergeldbezug Das Kindergeld wird zunehmend zum Politikum - vor allem weil die Zahl ausländischer Empfänger steigt. Und wegen abenteuerlicher Fälle mit Kindern, die es nicht gibt. Der Chef der Familienkasse will mit einer Sondereinheit zuviel gezahltes Kindergeld zurückholen.
Die Familienkasse kann auf Wunsch der Eltern das Kindergeld auch direkt an den Nachwuchs überweisen. Rückforderungen gehen allerdings an die Eltern. Foto: Peter Steffen Dafür kommen Eltern auf: Rückforderung des Kindergeldes Zahlt die Familienkasse das Kindergeld direkt an den Nachwuchs aus, gilt in der Regel dennoch: Bei möglichen Rückforderungen müssen Eltern unter Umständen Geld zurückzahlen, das sie nie bekommen haben.