Wochenenddienste: Keine Benachteiligung für Teilzeitkräfte

18.04.2016
Eine Klinik hatte Teilzeit- und Vollzeitkräfte gleichermaßen zu Wochenenddiensten verpflichtet. Dagegen klagte eine Teilzeit-Mitarbeiterin. Und das Gericht gab ihr Recht - mit einer klaren Begründung.
Urteil gegen Benachteiligung: Eine Klinik hatte Voll- und Teilzeitkräfte gleichermaßen zu Wochenenddiensten verpflichtet. Foto: Angelika Warmuth
Urteil gegen Benachteiligung: Eine Klinik hatte Voll- und Teilzeitkräfte gleichermaßen zu Wochenenddiensten verpflichtet. Foto: Angelika Warmuth

Berlin (dpa/tmn) - Teilzeitkräfte müssen es nicht hinnehmen, wenn sie genauso viele Wochenenddienste machen sollen wie ihre Kollegen in Vollzeit. Ist das der Fall, ist darin eine verbotene Benachteiligung zu sehen.

Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg (Az.: 26 Sa 2340/14). In dem verhandelten Fall setzte eine Klinik Teilzeit- und Vollzeitkräfte im gleichen Maße für Wochenenddienste im Labor ein.

Die Teilzeitkräfte mussten wie die Vollzeitbeschäftigten jeweils an zwei Wochenendtagen im Monat mit derselben Stundenzahl arbeiten. Wegen der insgesamt geringeren Wochenarbeitszeit kam es dadurch zu einer überproportionalen Heranziehung der Teilzeitbeschäftigten. Dagegen klagte eine Mitarbeiterin.

Mit Erfolg. Das Gericht stellte fest, dass eine Ungleichbehandlung der Teilzeitbeschäftigten mit den in Vollzeit arbeitenden Kolleginnen und Kollegen vorliegt. Dadurch, dass der Arbeitgeber die Teilzeitkräfte und die Vollzeitbeschäftigten in gleichem Maße zur Wochenendarbeit einteilt, liege eine Benachteiligung vor.

In diesem konkreten Fall sei dies auch nicht gerechtfertigt. Der Arbeitgeber habe nicht nachweisen können, dass es hierfür einen sachlichen Grund gibt. So habe er nicht dargelegt, dass nur so die Wochenenddienste abgedeckt werden könnten.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN

Passende Anbieter

Das könnte Sie auch interessieren
Wer von zu Hause etwas dazu verdienen will, sollte sich die Anbieter der Nebenjobs genau anschauen. Längst nicht alle sind seriös. Foto: Monique Wüstenhagen Arbeiten von zu Hause: So erkennen Nutzer unseriöse Angebote Es klingt verlockend: von zu Hause aus scheinbar mühelos ein paar Euro dazuverdienen. Doch Vorsicht: Manches Angebot entpuppt sich als Nepp, mit anderen macht man sich sogar strafbar. Und das große Geld winkt in der Regel auch nicht.
In Deutschland hat der Arbeitgeber in Sachen Home-Office ein Mitspracherecht. Foto: Daniel Naupold Arbeiten im Home-Office - Diese Rechte haben Mitarbeiter Gelegentlich von zu Hause aus arbeiten, statt jeden Tag ins Büro zu fahren: Das wäre zu schön! Doch geht es darum, das als Erster in der Abteilung durchzusetzen, fangen die Fragen schon an. Zum Beispiel: Muss der Chef das genehmigen?
Einzelhändler müssen auch an Samstagen arbeiten. An welchen sie den Dienst antreten wollen, dürfen sie nicht immer selber bestimmen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa Kein Anspruch auf bestimmte freie Samstage An Samstagen möchte keiner arbeiten. Berufsgruppen wie die Einzelhändler müssen das jedoch. Für sie gelten Regeln, die keinen Platz für persönliche Wünsche lassen.
Von der Metallindustrie bis zum Fensterputzen: Zeitarbeiter werden in vielen Bereichen eingesetzt. Beim Lohn müssen sie oft Abstriche machen - sie sind aber nicht ohne Rechte. Foto: Wolfgang Kumm Vom Lohn bis zur Kündigungsfrist - Rechte von Leiharbeitern Verdienen Leiharbeiter eigentlich das Gleiche wie Festangestellte? Und wie steht's mit Betriebsversammlungen? Im Dreiecksverhältnis zwischen Leiharbeiter, Verleiher und Entleiher ist oft unklar, welche Rechte die Beschäftigten haben. Dabei gibt es klare Regeln.