Welche Versicherungspolicen Eltern haben sollten

18.09.2020
Familien wollen sich meist gut absichern. Doch aus Sicht von Experten ist nicht jede Versicherung wirklich sinnvoll. Oft reicht es aus, wenn die Eltern gute Policen haben.
Der Nachwuchs soll gut abgesichert sein - diesen Wunsch haben viele Eltern. Wichtig dafür sind aber nur ein paar Versicherungen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Der Nachwuchs soll gut abgesichert sein - diesen Wunsch haben viele Eltern. Wichtig dafür sind aber nur ein paar Versicherungen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) - Keine Frage: Eltern wollen ihre Kinder gut abgesichert wissen. Doch bevor sie zusätzliche Versicherungen für den Nachwuchs abschließen, sollten sie erstmal an den eigenen Versicherungsschutz denken, rät der Bund der Versicherten (BdV) in Hamburg. Denn das kommt auch den Kindern zugute.

Wichtig für Eltern sind neben einer Privathaftpflichtversicherung eine Absicherung für den Todesfall und den Verlust der Arbeitskraft. Eine wichtige Versicherung speziell für die Kinder gibt es aber doch.

Ein Überblick:

- Haftpflichtversicherung: Diese Police gehört zu den existenziellen Versicherungsverträgen. Sie greift, wenn der Versicherte Anderen einen Schaden zufügt. Haben Eltern einen Familientarif abgeschlossen, ist auch das Kind mitversichert. Empfehlenswert sind laut BdV Tarife, die auch Schäden abdecken, die deliktunfähige Kinder bei Dritten verursacht haben – zumindest bis zu einer Höhe von 20 000 Euro. Die vereinbarte Deckungssumme sollte mindestens 15 Millionen Euro pauschal für Sach-, Personen- und Vermögensschäden betragen.

- Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Sie springt ein, wenn man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann. Gute Policen zahlen Versicherten eine Rente, wenn der Beruf für sechs oder mehr Monate zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. Allerdings bekommt nicht jeder einen BU-Vertrag, und die Tarife können im Zweifel viel Geld kosten, erklärt der BdV.

- Risikolebensversicherung: Eine Risikolebensversicherung ist für Familien eine günstige Möglichkeit, die eigenen Hinterbliebenen abzusichern, erklärt der BdV. Sie spüren finanzielle Folgen besonders stark, wenn ein Elternteil stirbt und somit ein Einkommen wegbricht. Aber auch Alleinerziehende können damit ihre Kinder absichern. Wie viel ein Kunde für seinen Vertrag bezahlen muss, hängt von mehreren Faktoren ab - zum Beispiel von Versicherungssumme und Laufzeit, aber auch von der Gesundheit und dem Alter bei Vertragsschluss.

- Kinderinvaliditätsversicherung (KIV): Diese Versicherung leistet laut BdV eine lebenslange Rente bei Invalidität in Folge eines Unfalls oder wenn die Invalidität durch eine Krankheit verursacht wurde. Diese Rente mindert die dauerhafte Versorgungslücke, wenn aufgrund der Invalidität kein Erwerbseinkommen erzielt werden kann. Die vereinbarte Rentenhöhe sollte aus Sicht des BdV spürbar oberhalb der Grundsicherungsleistungen liegen – also mindestens 1000 Euro monatlich betrafen. Ist der Abschluss einer solchen Police nicht möglich, sei eine private Unfallversicherung sinnvoll.

© dpa-infocom, dpa:200918-99-615002/2

Infos über Privathaftpflichtversicherungen

Stiftung Warentest zu Haftpflichtversicherungen

Infos über Risikolebensversicherung

Stiftung Warentest zu Risikolebensversicherungen

Infos über Berufsunfähigkeitsversicherungen

Stiftung Warentest zu Berufsunfähigkeitsversicherungen


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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