Vorsicht bei Mietverträgen mit dem eigenen Partner

31.07.2019
Wenn Sie einen Mietvertrag mit einem Angehörigen schließen, muss dies einem sogenannten Fremdvergleich standhalten. Ansonsten kann die Vermietung steuerlich nicht geltend gemacht werden.
Ein Mietvertrag mit einem Verwandten darf keine Vorteile beinhalten, die man einem Fremden nicht auch gewähren würde. Das hat das Finanzgericht Baden-Württemberg entschieden. Foto: Friso Gentsch/dpa
Ein Mietvertrag mit einem Verwandten darf keine Vorteile beinhalten, die man einem Fremden nicht auch gewähren würde. Das hat das Finanzgericht Baden-Württemberg entschieden. Foto: Friso Gentsch/dpa

Berlin (dpa/tmn) - Das Finanzamt erkennt zwischen Angehörigen nur Abmachungen steuerlich an, die auch unter Fremden üblich sind.

«Bei Verträgen zwischen nahe stehenden Personen schaut das Finanzamt immer kritisch hin und prüft, ob der Vertrag so auch mit einer fremden Person abgeschlossen worden wäre», erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Dies bestätigt ein Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg zu einer von Lebensgefährten gemeinsam genutzten Wohnung (Az.: 1 K 699/19).

Im verhandelten Fall lebte eine Immobilienbesitzerin mit ihrem Partner im Obergeschoss ihres Hauses. Der Lebensgefährte überwies ihr monatlich einen als Miete bezeichneten Betrag in Höhe von 350 Euro und hatte einen Mietvertrag über die hälftige Wohnung. Dennoch berücksichtigte das Finanzamt die Verluste aus der Vermietung nicht.

Nach Ansicht des Finanzgerichts zu Recht: Das Mietverhältnis halte einem sogenannten Fremdvergleich nicht stand. Ein normaler Mieter lasse sich nicht auf die bloße Mitnutzung der Wohnung ohne Privatsphäre und ohne individuell und abgrenzbar zugewiesene Wohnräume ein. Dies hat zur Folge, dass einerseits die Ausgaben für die Wohnung nicht steuerlich abziehbar und andererseits die Mieteinnahmen steuerlich nicht zu berücksichtigen sind.

«Wer mit einem Verwandten oder einer nahe stehenden Person zum Beispiel einen Arbeits- oder Mietvertrag abschließt, sollte darauf achten, dass der Angehörige keine Vorteile erlangt, die man einer fremden Person nicht gewährt hätte», fasst Klocke zusammen. Der Vertrag muss außerdem umgesetzt werden, also zum Beispiel der vereinbarte Lohn oder Miete gezahlt werden.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Instandhaltungskosten können manchmal auch als Werbungskostenkosten abgesetzt werden, wenn eine Immobilie vorübergehend nicht vermietet wird. Foto: Andrea Warnecke Vermietung an Angehörige - Steuervorteil auch bei Leerstand Vermieten Eigentümer eine Immobilie an Angehörige, können sie Investitionen nur abschreiben, wenn regelmäßig Miete gezahlt wird. Steht das Haus vorübergehend leer, entfällt jedoch nicht automatisch die Vermietungsabsicht. Zu diesem Urteil kam der Bundesfinanzhof.
Ab und an Ordnung in seine Papiere zu bringen, ist durchaus sinnvoll. Denn sich von alten Unterlagen zu befreien, kann erleichtern. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/dpa Nur aufheben, was man wirklich braucht Die Tage werden langsam wieder länger, die Sonne scheint wieder öfter. Höchste Zeit für den Frühjahrsputz. Mit ein paar Tricks lässt sich auch ins Dokumentenchaos leicht Ordnung bringen.
Eltern können ihren Kindern eine Immobilie günstig vermieten. Wenn eine bestimmte Grenze unterschritten wird, kann das allerdings steuerliche Folgen haben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Miete für Verwandte sollte nicht zu niedrig sein Vermieten Eltern ihrem Kind eine Eigentumswohnung, verlangen sie oft weniger Miete als üblich. Zu preiswert sollte die Miete aber nicht sein. Denn das Finanzamt schaut bei solchen Verträgen genau hin.
Kinder müssen Belege vorweisen, um eine doppelte Haushaltsführung im Haus der Eltern nachweisen zu können. Foto: Hans-Jürgen Wiedl/dpa-Zentralbild/dpa Doppelte Haushaltsführung im Mehrgenerationenhaus Wer eine doppelte Haushaltsführung geltend macht, muss nachweisen, dass er sich tatsächlich an den Kosten für den Haushalt beteiligt. Das gilt auch für Kinder, die im Haus der Eltern eine Wohnung haben.