Vorauszahlungen zur Einkommensteuer sind reduzierbar

19.05.2020
Die Corona-Krise hat bei vielen für finanzielle Engpässe gesorgt. Die laufenden Ausgaben fallen weiterhin an. Bei Forderungen des Finanzamtes gibt es aber Erleichterungen.
Wer wegen der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, kann zumindest Steuererleichterungen beantragen. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn
Wer wegen der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, kann zumindest Steuererleichterungen beantragen. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn

Regenstauf (dpa/tmn) - Wer wegen der Corona-Krise weniger Geld zur Verfügung hat, kann seine Einkommensteuervorauszahlungen reduzieren. Auf Antrag durch ist eine Reduktion bis auf null Euro möglich.

Darauf weist die Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi) hin. Zudem können bereits geleistete Vorauszahlungen zurückerstattet werden.

Die Voraussetzung: Der Steuerpflichtige ist unmittelbar und nicht unerheblich von der Corona-Krise betroffen. Für das Finanzamt ist es dabei ausreichend, wenn kurz begründet wird, dass sich die persönliche Einkommenssituation wegen der Krise verschlechtert hat, zum Beispiel weil ein Zweitjob weggefallen ist und daraus Zahlungsschwierigkeiten entstanden sind.

Einkommensteuernachzahlungen aufschieben

Hat das Finanzamt mit dem letzten Steuerbescheid mitgeteilt, dass eine Nachzahlung eines höheren Betrags fällig ist, gibt es zwei Möglichkeiten: Kann jemand die Nachzahlung aufgrund der aktuellen Einkommenshöhe nicht fristgerecht in voller Höhe leisten, lässt sich mit dem Finanzamt eventuell eine Ratenzahlung vereinbaren.

Oder es wird ein Antrag auf Stundung der Nachzahlung gestellt. Durch die Stundung verfällt die Nachzahlung zwar nicht, aber sie kann später nachgeholt werden. Wegen der Corona-Krise ist der Aufschub bis zum Jahresende möglich.

Stundungszinsen entfallen

Für eine offene Steuerschuld werden ab dem ersten Tag der Stundung Zinsen in Höhe von 0,5 Prozent pro Monat fällig. Das ist bei den derzeitigen Zinsen am Kapitalmarkt hoch, denn der Zinssatz pro Jahr liegt damit bei 6 Prozent.

Eine Stundung bringt normalerweise nicht automatisch den Erlass der Zinsen mit sich, es sei denn, der Antrag auf Stundung wird wegen der Corona-Krise gestellt. Dann erfolgt die Stundung zinslos.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wegen der Corona-Krise sind die Kitas geschlossen - Arbeitgeber können Eltern daher für beruflich bedingten Betreuungsbedarf finanziell unterstützen. Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn Arbeitgeber kann Kinderbetreuung bezuschussen Die Corona-Pandemie ist für viele Familien eine Herausforderung. Denn Eltern müssen Arbeit und Kinderbetreuung oft gleichzeitig organisieren. Arbeitgeber können hier zumindest finanziell helfen.
Wer kein eigenes Arbeitszimmer in der Wohnung hat, kann nur Ausstattungskosten für das Heimbüro steuerlich geltend machen. Foto: Daniel Naupold/dpa/dpa-tmn So setzen Arbeitnehmer die Kosten ab Homeoffice statt Arbeitsstätte: Die Arbeit zuhause ist oder war für viele Beschäftigte in der Corona-Pandemie gelebte Realität. Aber was ist mit den Kosten? Lassen die sich absetzen?
Wer vom Arbeitgeber bis Ende 2020 einen Bonus von bis zu 1500 Euro wegen der coronabedingten Ausnahmesituation bekommt, muss die Zahlung nicht versteuern. Foto: Tom Weller/dpa/dpa-tmn Steuerbefreiung für alle Arbeitnehmer möglich Die Corona-Pandemie stellt viele Arbeitnehmer vor besondere Herausforderungen. Arbeitgeber haben die Möglichkeit den Einsatz der Beschäftigten mit einem steuerfreien Bonus zu belohnen.
Heimischer Schreibtisch statt Büro: Weist der Arbeitgeber an, von zu Hause aus zu arbeiten, kann er Beschäftigten die Kosten steuerfrei erstatten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Arbeitgeber kann sich an Kosten für Homeoffice beteiligen Von zu Hause arbeiten wegen der Ausbreitung des Coronavirus? In manchen Firmen ist das Realität. Arbeitnehmer können in diesem Fall unter Umständen die Kosten für ein Arbeitszimmer absetzen.