Verluste von Solaranlage steuerlich geltend machen

27.01.2021
Wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Eigenheim betreibt und Strom ins öffentliche Netz einspeist, kann eventuelle Verluste steuerlich geltend machen - das Finanzamt darf sie nicht einfach streichen.
Hauseigentümer können die Verluste einer Solaranlage in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Foto: Ingo Wagner/dpa
Hauseigentümer können die Verluste einer Solaranlage in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Foto: Ingo Wagner/dpa

Berlin (dpa/tmn) - Immobilien-Eigentümer, die mit ihrer Photovoltaikanlage Strom ins Netz einspeisen, müssen die Gewinne versteuern. Sie können aber auch Verluste steuermindernd absetzen.

«Das Finanzamt darf solche Verluste nicht einfach streichen», sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. «Auch wenn sie mehrere Jahre in Folge entstehen.»

Gerade bei teuren Anlagen und geringeren Einspeisevergütungen kann es in den Anfangsjahren zu Verlusten kommen. Das war auch bei einer Hausbesitzerin aus Thüringen der Fall. In den drei Jahren nach der Anschaffung der Anlage entstanden ihr unterm Strich Verluste.

Auch im Streitjahr 2016 erzielte sie ein negatives Ergebnis von 261 Euro, das sie in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machte. Doch das wollte das Finanzamt nicht anerkennen, weil es sich aus seiner Sicht um eine steuerlich unbeachtliche Liebhaberei handele.

Finanzamt muss von Gewinnerzielungsabsicht ausgehen

Die Finanzbeamten rechneten vor, dass sich die Anschaffung der Anlage nicht lohnen könne. Das sah das Finanzgericht Thüringen anders: Beim Betrieb einer solchen Photovoltaikanlage ist grundsätzlich von einer Gewinnerzielungsabsicht auszugehen, befanden die Richter. Verluste muss das Finanzamt daher steuermindernd anerkennen (Az.: 3 K 59/18). Inzwischen ist das eigentümerfreundliche Urteil rechtskräftig.

Wer mit seiner Photovoltaikanlage Verluste macht, kann sich auf diese Entscheidung aus Thüringen berufen. «Denn Verluste allein machen die Photovoltaikanlage noch lange nicht zu einem steuerlich unbeachtlichen Hobby», erläutert Klocke. Selbst in Fällen, in denen die Gewinnerzielungsprognose negativ ist, komme eine Liebhaberei nur dann in Betracht, wenn die Tätigkeit auf privaten Motiven beruht.

© dpa-infocom, dpa:210126-99-177872/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Günstige Gelegenheit: Wer seine eigenen vier Wände energetisch sanieren lässt, kann eine Steuerermäßigung bekommen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB Steuerbonus für Haussanierung nur mit Bescheinigung Wer seine eigenen vier Wände energetisch sanieren lässt, kann eine Steuerermäßigung bekommen. Dafür ist aber eine Bescheinigung nötig. Sanierer sollten sich diese vom Fachbetrieb ausfüllen lassen.
Die Verluste von Aktien können steuerlich geltend gemacht werden. Foto: Daniel Reinhardt Finanzamt muss Verkauf wertloser Aktien anerkennen Wer in Aktien investiert, der erhofft sich davon einen finanziellen Gewinn. Doch es kann auch der Fall einer Negativentwicklung eintreten. Dann entsteht die Frage, wie mit den Aktien zu verfahren ist. Und: Welche Rolle spielen die Verluste in der Steuererklärung?
Die Kosten für eine energetische Sanierung können die Steuerlast über drei Jahre hinweg um insgesamt 20 Prozent senken. Foto: Armin Weigel/dpa Sanierungen steuerlich geltend machen Das eigene Haus energetisch zu sanieren, geht ins Geld. Allerdings gibt es auch Förderungen. Die beschränken sich nicht nur auf günstige Kredite Zuzahlungen.
Für Studenten lohnt sich eine Steuererklärung vor allem im Zweitstudium. Ausgaben für die Uni können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Steuererklärung: Studienkosten können sich im Job auszahlen Klausurstress, WG-Leben, Nebenjobs - die wenigsten Studierenden oder Auszubildenden wollen sich noch den Kopf über ihre Steuererklärung zerbrechen. Dabei kann sie sich durchaus lohnen.