Unfall mit Mietwagen: Bei Vorgabe im Vertrag Polizei rufen

12.01.2016
Ärgerlich ist ein Unfall immer. Und wenn man es mit dem Mietwagen auch noch eilig hat, weil man auf dem Weg zum Flughafen ist, besonders. Trotzdem: Auch unter Zeitdruck müssen gewisse Dinge eingehalten werden.
Nach einem Unfall mit dem Mietwagen muss die Polizei gerufen werden, wenn es im Vertrag steht. Foto: Jan Woitas
Nach einem Unfall mit dem Mietwagen muss die Polizei gerufen werden, wenn es im Vertrag steht. Foto: Jan Woitas

München (dpa/tmn) - Der Mieter eines Leihwagens muss bei einem Unfall die Polizei informieren, wenn dies in den Vertragsbedingungen so geregelt ist. Das gilt auch dann, wenn die Kontaktdaten des Unfallgegners vorhanden sind - auch, wenn mit Einschalten der Polizei eventuell ein Flug verpasst wird.

In einem verhandelten Fall vor dem Amtsgericht München hatte ein Urlauber in Italien über einen Reiseveranstalter in München ein Auto gemietet. Am Tag seiner Rückreise bemerkte er, dass sein ordnungsgemäß geparkter Mietwagen angefahren worden war. Das Auto hatte einen Heckschaden. Die Unfallverursacherin hatte ihre Daten an dem Wagen hinterlassen. Der Urlauber meldete den Vorfall der Vermieterin bei Rückgabe des Autos am Flughafen und übergab die Daten der Unfallverursacherin.

Die Vermieterin behielt die Kaution von 900 Euro ein. Der Urlauber forderte die Rückzahlung vom Reiseveranstalter - doch dieser weigerte sich. Er wies auf die Vermittlungsbedingungen im Vertrag hin: Danach hätte der Urlauber die Polizei einschalten müssen. Nachdem der Urlauber Klage einreichte, erstattete die Autovermietung ihm den Selbstbehalt freiwillig. Der Urlauber machte nunmehr die Rechtsanwaltskosten gegenüber dem Reiseveranstalter geltend.

Doch das Gericht wies die Klage ab (Az.: 233 C 7550/15). Auch die Richter waren der Meinung, dass der Urlauber die Polizei hätte informieren müssen. Dass der Kläger bei Verständigung der Polizei vor Ort gegebenenfalls seinen Rückflug verpasst hätte, sei unerheblich, so das Gericht.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Immer wieder gibt es Streit um Entschädigungen, wenn Flugzeuge nicht planmäßig unterwegs sind. Foto: Boris Roessler Wenn Fluggäste stranden: Geld für verspäteten Urlaubsflug? Für abgesagte Flüge oder große Verspätungen steht Reisenden Geld von der Airline zu. Aber der Anspruch steht oft nur auf dem Papier. Aus der Durchsetzung hat sich schon ein Geschäftszweig entwickelt.
Wann geht es wieder nach Mallorca? Auf der beliebtesten Urlaubsinsel der Deutschen ruht der Tourismus. Foto: Clara Margais/dpa/dpa-tmn Was wird in diesem Jahr aus meinem Urlaub? Können wir in diesem Jahr noch reisen? Und wenn ja, wann und wie? Derzeit ist noch vieles ungewiss. Ein Überblick mit allem, was wir derzeit wissen - und was noch nicht.
Durch die Corona-Pandemie herrscht an den Gepäckbändern der Flughäfen - wie hier am Hamburg Airport - oft gähnende Leere. Foto: Christian Charisius/dpa Hoffnungen in Reiseländern und Hygienekonzepte Ist der Sommerurlaub noch zu retten? In dieser Woche will die EU-Kommission Leitlinien für die schwer getroffene Tourismusbranche vorlegen. Schon jetzt laufen europaweit etliche Bemühungen.
Windpocken, berufliche Termine, Trauerfall - es gibt viele Gründe, warum man einen gebuchten Flug plötzlich nicht antreten kann. Foto: Daniel Reinhardt/dpa Gut für Verbraucher: Flugstornierungen künftig leichter Millionen Deutsche starten dieser Tage mit dem Flieger in die Ferien. Wer seinen Flug nicht antreten kann, hat oft auch finanziellen Schaden. Der Europäische Gerichtshof hat ein Grundsatzurteil zu Gebühren und Bedingungen bei Rückerstattungen gefällt.